Gouverneurswahl in Kalifornien: Der Republikaner Steve Hilton qualifiziert sich wohl für die Stichwahl im NovemberKalifornien wählt die Nachfolge des demokratischen Gouverneurs Gavin Newsom. Laut vorläufigen Resultaten qualifiziert sich neben Hilton auch der ehemalige demokratische Gesundheitsminister Xavier Becerra für die entscheidende Runde.Renzo Ruf, Washington03.06.2026, 09.10 Uhr3 LeseminutenNach der erfolgreichen Vorwahl spricht der republikanische Kandidat Hilton zu seinen Wählern.Mike Blake / ReutersEin Republikaner und ein Demokrat werden im November wohl um die Nachfolge des abtretenden kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom kämpfen. Bei der Vorwahl am Dienstag lagen gemäss vorläufigen Resultaten der Republikaner Steve Hilton (rund 27 Prozent der Stimmen) und der Demokrat Xavier Becerra (26 Prozent) vorn. Auf den weiteren Plätzen folgten der reiche Unternehmer Tom Steyer (20 Prozent), ein Demokrat, und der Sheriff Chad Bianco (11 Prozent), ein Republikaner. Gemäss den Wahlregeln in Kalifornien qualifizieren sich die beiden bestplatzierten Kandidaten für die Stichwahl, ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der Nacht auf Mittwoch wurde in Kalifornien vorerst nur rund die Hälfte der eingereichten Wahlzettel ausgezählt. Dies, da im grössten Gliedstaat des Landes die briefliche Stimmabgabe sehr populär ist und das Wahlcouvert noch bis Dienstag auf die Post gebracht werden konnte. Weil die Briefwahl bei Demokraten beliebter ist als bei Republikanern, könnten die demokratischen Kandidaten Becerra und Steyer in den kommenden Tagen und Wochen noch an Prozentpunkten dazugewinnen.Hilton wird von Trump unterstütztDer republikanische Kandidat Hilton, ein gebürtiger Brite, zeigte sich in der Wahlnacht aber «ermutigt» über die ersten Resultate. Er verwies in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN darauf, dass er einen grossen Abstand auf den drittplatzierten Kandidaten aufweise. Er hoffe deshalb, dass er sich für die Stichwahl qualifiziere und die Wähler damit im November die Möglichkeit hätten, «für den Wandel zu stimmen».In diesem Zweikampf allerdings wäre Hilton, einst Berater des früheren britischen Premierministers David Cameron und seit 2021 amerikanischer Staatsbürger, der klare Aussenseiter. Kalifornien ist eine Hochburg der Demokraten. Am Dienstag stimmten mehr als 57 Prozent der Wähler für einen der zahlreichen Kandidaten der Demokraten.Im Gegensatz zu seinem wahrscheinlichen Kontrahenten Becerra ist Hilton allerdings ein guter Kommunikator. Der 56-Jährige moderierte einige Jahre lang eine Fernsehsendung auf dem Sender Fox News. Dort war er auch Präsident Donald Trump aufgefallen. Dieser hatte in den vergangenen Tagen mehrfach zur Wahl von Hilton aufgerufen.Der demokratische Kandidat Becerra ist wiederum eher zufällig zum Spitzenkandidaten der Demokraten aufgestiegen. Lange Zeit hatte es danach ausgesehen, als ob der Abgeordnete Eric Swalwell der Favorit für die Nachfolge von Newsom sei. Dann erhoben mehrere Frauen schwere Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen Swalwell, und er musste sich zurückziehen.Becerra gilt zwar als farblos und entscheidungsschwach. Doch blickt er auf eine lange Karriere in Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens, und in Washington zurück. Unter Präsident Joe Biden war Becerra vier Jahre lang Gesundheitsminister. Sein demokratischer Konkurrent Tom Steyer steckte zwar gegen 200 Millionen Dollar in seinen Wahlkampf, aber seine Verwandlung vom Multimilliardär zum Populisten kam im breiten Publikum nicht besonders gut an.In Los Angeles schafft es Spencer Pratt wohl in die StichwahlGewählt wurde am Dienstag auch in Los Angeles. Hier bewarb sich die seit 2023 amtierende Bürgermeisterin Karen Bass um eine zweite Amtszeit. Gemäss vorläufigen Resultaten erzielte die 72 Jahre alte Amtsinhaberin rund 37 Prozent der Stimmen. Sie muss sich nun im November einer Stichwahl stellen. Ihr Gegner wird wohl Spencer Pratt sein, ein Republikaner, der es auf rund 30 Prozent der Stimmen brachte.Pratt (42) ist ein ehemaliger Reality-TV-Star («The Hills») ohne politische Erfahrung. Er stellte das Versagen der Stadtbehörden ins Zentrum seines unkonventionellen Wahlkampfs und kritisierte Bass für den schleppenden Wiederaufbau der Wohnviertel, die während der Feuerkatastrophe im Januar 2025 zerstört worden waren. Pratt und seine Familie hatten bei den Feuern ihr Haus in den Pacific Palisades verloren. Auch versprach Pratt in seinem aggressiven Wahlkampf, das Obdachlosenproblem zu lösen, unter dem Los Angeles leide. Damit traf er ganz offensichtlich einen Nerv.Passend zum Artikel
Kalifornien: Nachfolge von Gouverneur Gavin Newsom entscheidet sich in Stichwahl
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