An der Börse hat Jenoptik bereits ein bemerkenswertes Comeback hinter sich. Anfang des Jahres war der Thüringer Techkonzern wieder in den MDax aufgestiegen – nachdem sich der Kurs im Vorjahr halbiert hatte, setzte ab Herbst 2025 eine rasante Erholung ein. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate hat sich der Aktienkurs bereits mehr als verdoppelt, seit Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen Mitte Mai hat sich der Aufwärtstrend noch einmal verstärkt. Allein in den vergangenen vier Wochen hat die Aktie mehr als 20 Prozent zugelegt und notiert aktuell auf einem Rekordhoch von rund 46 Euro. Was sind – neben der allgemeinen Halbleitereuphorie – die Treiber des aktuellen Aufschwungs?

Der Führungswechsel

Ende 2025 verkündete Jenoptik überraschend einen doppelten Abgang in der Führungsspitze, der Konzern stand zeitweise kopflos da. Zunächst teilte der Vorstandsvorsitzende Stephan Träger mit, dass er das Unternehmen vorzeitig bis Februar 2026 verlassen werde. Im Hintergrund war von enttäuschten Renditeerwartungen von Investoren und wachsenden Zweifeln am bestehenden Geschäftsmodell die Rede. Nur wenige Wochen später kündigte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Wierlacher seinen Abschied an. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hatte Wierlacher unmittelbar nach Trägers Abschiedserklärung kritisiert und den plötzlichen Abgang des CEO als „höchst erklärungsbedrüftig“ bezeichnet.