Im Rennen um die besten KI-Modelle will die US-Regierung sich einen Vorteil verschaffen, dafür hat Präsident Donald Trump nun ein neues Dekret erlassen. US-Behörden sollen demnach für bis zu 30 Tage Vorabzugang zu leistungsstarken neuen KI-Modellen bekommen. Erst danach soll die Software gemäß einem geplanten »freiwilligen Rahmenabkommen« auch anderen zur Verfügung gestellt werden.

Die Unterzeichnung des Dekrets war zuvor kurzfristig verschoben worden, Medienberichten zufolge wegen Widerstands aus der Techbranche. Demnach sah der ursprüngliche Erlass einen Exklusiv-Zeitraum von 90 Tagen für die Regierung vor. In der Branche gab es die Sorge, dass dies US-Firmen im Wettbewerb unter anderem mit chinesischen Rivalen benachteiligen könnte.Die Debatte über Risiken und Stärken von künstlicher Intelligenz war zuletzt mit der Software Claude Mythos Preview der Entwicklerfirma Anthropic neu aufgeflammt. Das KI-Modell fand teilweise über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Schwachstellen in verschiedenen Software-Anwendungen. In den falschen Händen wäre das automatisierte Hackingwerkzeug damit eine gefährliche Cyberwaffe. Zugleich könnte es der US-Regierung einen Vorteil geben, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos Preview öffentlich zu machen, stellt das Programm aber Techunternehmen und Regierungsbehörden zur Verfügung.