Polizistinnen in Klein Upahl nach dem Fund des toten Fabian am 14. Oktober 2025: Gina H. hat die Polizei um 10.22 Uhr angerufen

Der Himmel auf den Bildern ist wolkenverhangen. Der Rand eines Waldes ist zu sehen und ein Feld, auf dem Kohl zu wachsen scheint. Zwischen Wald und Feld verläuft ein unbefestigter Weg, an dem ein orangefarbener Ford Ranger parkt. Ganz in der Nähe führt ein Trampelpfad durchs Feld zu einem Tümpel. Es hat offenbar leicht geregnet, der Boden wirkt matschig. Hohes Gebüsch ist zu sehen, dahinter ein lebloser Körper. Vom Feldweg aus ist die Kinderleiche nicht zu sehen.

Die Fotos, die der Vorsitzende Richter Holger Schütt an diesem Dienstag im Saal des Landgerichts Rostock zeigen lässt, sind am 14. Oktober 2025 entstanden, am Rande des Ortes Klein Upahl im Südwesten des Landkreises Rostock. Es ist der Tag, an dem die Polizei die Leiche des achtjährigen Fabian aus Güstrow gefunden hat. Die Polizei hat die Bilder gemacht. Die Ermittler erstellten auch eine 3D-Tatortrekonstruktion, das Ergebnis erinnert an Google Street View. Anhand der Bilder lässt sich der Tatort im Gerichtssaal digital erkunden.

Seit Ende April muss sich Gina H. wegen des Vorwurfs des Mordes vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rostock verantworten. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die 30-Jährige den Jungen an dem Tümpel ermordet hat. Mindestens sechsmal soll sie laut Anklage am 10. Oktober mit einem Messer auf das Kind eingestochen haben. Vier Tage später, am 14. Oktober, war sie es, die die Polizei zu Fabians Leiche führte. Sie gab an, sie bei einem Spaziergang zufällig entdeckt zu haben. Die Angeklagte bestreitet die Tatvorwürfe; vor Gericht schweigt sie bislang. Die Verteidigung kündigt an diesem Dienstag an, dass sich Gina H. vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt äußern wird.