Mit einem Kick-off-Event ist am Dienstag das Forschungsprojekt QUANT-GPICz gestartet. Ziel ist der Aufbau einer grenzüberschreitenden Quantenkommunikationsinfrastruktur zwischen Deutschland, Polen und Tschechien. Die Federführung liegt bei der Hochschule Nordhausen.

Nach Angaben der Hochschule sollen erstmals nationale Quantennetze zu einem trilateralen „Backbone“ verbunden werden. Geplant sind neue Verbindungen zur Quantenschlüsselverteilung (QKD) zwischen Frankfurt am Main, Warschau, Berlin und Prag. Damit würden das deutsche Netz Q-net-Q, das polnische PIONIER-Q und das tschechische CZQCI zu einem gemeinsamen Netzwerk verschmolzen.

Das Vorhaben baut nach Mitteilung der Hochschule auf dem Vorläuferprojekt Q-net-Q auf, in dem bereits mehrere Glasfaser-Teststrecken aufgebaut wurden. Dazu zählen eine rund 150 Kilometer lange Verbindung zwischen Nordhausen und Erfurt, eine etwa 670 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und Frankfurt am Main sowie eine rund 70 Kilometer lange Verbindung zwischen Erfurt und Jena.

Anwendung in kritischer Infrastruktur

Erprobt werden den Angaben zufolge hochsichere Datenverbindungen für staatliche Stellen, Rechenzentren und kritische Infrastrukturen. Gemeinsam mit dem Internet-Knotenpunkt-Betreiber DE-CIX sollen abgesicherte Verbindungen zwischen Rechenzentren getestet werden. Zudem würden Konzepte für die Absicherung europäischer Energieübertragungsnetze und die vertrauliche Kommunikation staatlicher Stellen wie der Bundesdruckerei entwickelt.