Der Armutsbericht des Paritätischen zeigt: Die Regierung tut nichts, um Menschen vor Armut zu schützen – im Gegenteil. Frauen trifft das besonders hart.
Jede:r vierte 18- bis 25-Jährige und jede:r dritte Alleinlebende ist arm
Andreas Poertner /imago
W er nicht von Armut betroffen ist, kann sich kaum vorstellen, wie es ist. Nicht genug zu essen zu haben ist eine Erfahrung, die eine:n das ganze Leben lang prägt. Noch heute esse ich viel zu schnell – ein Überbleibsel der Angst, dass sonst nicht genug für mich übrig bleibt, weil mein Bruder schon alles aufgefuttert hat. Aber auch die Scham, bei Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenken nur Selbstgebasteltes vorweisen zu können oder Klamotten aus Kleiderkammern tragen zu müssen, sitzt tief. Nicht nur bei Kindern: Auch die alleinerziehende Mutter, die kein Geld hat, ihrem Kind und dessen Freund:innen eine Kugel Eis oder Pommes im Freibad zu kaufen, ist von Scham und Schuld geplagt.
Auch hier muss die Scham die Seiten wechseln. Dass Merz und vermutlich auch sonst niemand aus der Bundesregierung jemals von Armut betroffen war und je sein wird, ist keine Entschuldigung dafür, dass sie nichts tun, um Betroffenen zu helfen. Und betroffen sind – wie so oft – mehrheitlich Frauen. 13,3 Millionen Menschen leiden hierzulande unter Armut, Obdachlose und Geflüchtete in Sammelunterkünften nicht mitgerechnet. Ein neuer Höchstwert.











