Der Wald hört nicht am Zaun auf. Das ist das Grundproblem. Auch in Ruhleben, auf dem dortigen Friedhof. „Die kommen von der anderen Seite des Zauns, einfach so“, sagt ein Mann, der mit einem Kollegen im Auftrag des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf für die Pflege des Friedhofs neben der Polizeischule verantwortlich ist.
Auf der anderen Seite des Zauns: Da ist der Spandauer Forst, mit mehr als 1300 Hektar eines der größten Waldgebiete der Stadt, mit eigenem Wildgehege, in dem Schwarzwild lebt und sich vermehrt. Und mit Einbruch der Dunkelheit machen sich die selbstbewussten Vierbeiner auf den Weg in Richtung Friedhof. Drei Bachen, elf Frischlinge hat der Arbeiter vom Friedhof bereits gezählt. „Und eine vierte Bache ist hochtragend“, fügt er hinzu.
Nach sechs Monaten sind junge Wildschweine selbstständig
Was viele Menschen nicht wissen: Nach rund vier Monaten Tragzeit kann eine Bache bis zu zwölf Frischlinge bekommen. Die werden knapp drei Monate gesäugt und sind nach insgesamt sechs Monaten selbstständig. Gute Mastjahre, milde Winter und reichlich Nahrung erhöhen zusätzlich den „Reproduktionserfolg“.
Aufgewühlte Erde auf dem Friedhof in Ruhleben zeigt, dass auch dort Wildschweine am Werk waren.










