Wer im Mai an bestimmten Berliner Hauptverkehrsachsen das Fenster öffnete, holte sich ungewollt eine hohe Dosis Schadstoffe in die Wohnung. Eine Auswertung aktueller Messdaten des Umweltbundesamtes zeigt: Die Bundeshauptstadt führt die bundesweite Statistik der Luftverschmutzung deutlich an. Gleich fünf Berliner Straßen zählen zu den schmutzigsten in ganz Deutschland.Verantwortlich dafür ist sogenannter PM10-Feinstaub. Der Begriff aus der Umweltmedizin bezeichnet winzige Partikel, die einen Durchmesser von weniger als einem Hundertstel Millimeter aufweisen. In Großstädten wie Berlin entstehen diese Teilchen überwiegend durch Verbrennungsmotoren, den Reifenabrieb des Straßenverkehrs und durch Heizungsanlagen.Aufgrund ihrer geringen Größe dringen die Partikel beim Einatmen tief in die Atemwege ein. Mediziner sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Belastung durch diese Feinstäube und der Entstehung von Atemwegs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie begünstigen auch Pollenallergien, weil in der Kombination eine aggressive Mischung entsteht.
Berlin führt das Negativ-Ranking an
Wie stark die lokale Belastung in der Hauptstadt ausfällt, hat der Luftfilterhersteller Coway anhand der amtlichen Daten für den Mai 2026 analysiert. Das Ergebnis: Die vier am stärksten mit Feinstaub belasteten Straßen der Republik liegen ausnahmslos in Berlin.Den bundesweiten Spitzenplatz nimmt der Mariendorfer Damm in Tempelhof ein. Dort registrierten die Messstationen ein Monatsmittel von 22,8 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Karl-Marx-Straße (22,1) und die Silbersteinstraße (21,4), die beide im dicht besiedelten Neukölln liegen.Die Leipziger Straße in Mitte (20,0) komplettiert das stark belastete Quartett. Auf dem sechsten Platz der bundesweiten Auswertung taucht mit der Frankfurter Allee (19,3) bereits die fünfte Berliner Adresse auf, erst dazwischen schiebt sich das bayerische Fürth.







