Konstanz (dpa/lsw) - Der Fund einer weiblichen Leiche im Bodensee gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Um die Leiche zu identifizieren, sei auch eine Obduktion möglich, hieß es von der Polizei. Darüber entscheide die Staatsanwaltschaft. Die Ermittler wollen demnach klären, ob es sich bei der Leiche um eine Frau handelt, die laut einer Zeugenaussage am Sonntag auf einer Bodensee-Fähre über Bord gegangen sein soll.Ein Mann hatte nach Angaben der Wasserschutzpolizei beobachtet, wie eine Frau an der Reling stand. Als er sich kurz abwandte, habe er ein Klatschen gehört und angenommen, dass die Frau ins Wasser gefallen sei. Die Fähre war auf der Überfahrt von Meersburg (Bodenseekreis) nach Konstanz und setzte nach der Beobachtung des Mannes einen Notruf ab. Rettungskräfte suchen nach der Vermissten Daraufhin lief etwa 800 bis 1.000 Meter vom Konstanzer Fährufer entfernt ein Großeinsatz an: Feuerwehr, DLRG, Wasserschutzpolizei und Rettungsdienst suchten noch in der Nacht stundenlang nach der Vermissten. Neun Boote, mehrere Drohnen, ein Polizeihubschrauber und ein Rettungshund kamen zum Einsatz. Die Einsatzkräfte kontrollierten laut DLRG auch die Ufer- und Hafenbereiche rund um Konstanz. Dennoch blieb die Suche erfolglos und wurde demnach noch in der Nacht abgebrochen. Die Wasserschutzpolizei sprach danach von einer möglichen Wahrnehmungstäuschung als Ursache des Notrufs und gab zunächst Entwarnung. Sie schloss nicht aus, dass der Mann die Bugwelle als Wasserklatschen von einer Person wahrgenommen haben könnte. Leiche Stunden später entdeckt Doch Stunden nach der großangelegten Suchaktion wurde laut Polizei am Montagmittag dann die Leiche am Schweizer Ufer in Güttingen entdeckt - etwa 15 Kilometer von Konstanz entfernt. Nach der Sichtung sei die Rettungsleitstelle informiert worden, so der Polizeisprecher. Die Frau sei tot geborgen worden. Die Schweizer Polizei habe sie aus dem Wasser gezogen. Um eine Verbindung zu dem Fähr-Notruf zu prüfen, sei die Leiche an die Konstanzer Polizei übergeben worden. Dort ermittelt nun die Kriminalpolizei. Ob der Notruf und der Leichenfund zusammenhängen, sei weiter unklar, sagte der Polizeisprecher. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liege derzeit bei der Identifizierung der Leiche. Ermittler würden Vermisstenmeldungen prüfen. Der Beamte geht auch davon aus, dass der Zeuge von der Autofähre noch vernommen werden soll. Noch offen ist, ob der Todeszeitpunkt tatsächlich mit dem gemeldeten Vorfall auf dem Schiff zusammenpasst.© dpa-infocom, dpa:260602-930-160803/6