PfadnavigationHomePolitikDeutschlandForsa-UmfrageUnion fällt auf schlechtesten Wert seit November 2021 – FDP kommt auf fünf ProzentStand: 15:27 UhrLesedauer: 3 MinutenMerz und Kubicki 2022 im BundestagQuelle: picture alliance/dpa/Kay NietfeldIn einer Forsa-Umfrage verliert die Union einen Prozentpunkt – und die FDP steigt auf fünf Prozent. Wolfgang Kubicki sieht bereits einen „FDP-Effekt“. Doch zwei Fakten sprechen gegen diese Lesart.Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im „Trendbarometer“ für die Sender RTL und ntv in der Sonntagsfrage erstmals seit Februar 2025 wieder einen Wert von fünf Prozent für die FDP ermittelt. Damit wären die Liberalen im Parlament vertreten, wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl.Am Wochenende hatte die FDP auf einem Bundesparteitag Wolfgang Kubicki zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Er besiegte die in einer Kampfabstimmung kandidierende Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit knapp 60 Prozent der Stimmen.Dass seine Partei nun um einen Prozentpunkt zulegt, bezeichnete Kubicki auf X als „FDP-Effekt“. Ob Kubickis Wahl tatsächlich den Ausschlag gab, ist allerdings fraglich. Erstens führten die Meinungsforscher die Telefonumfrage vom 26. Mai bis zum 1. Juni durch. Kubickis Wahl war am 30. Mai. Damit fällt ein größerer Teil der Umfrage auf die Zeit vor dem Parteitag.Zweitens: Eine andere am Dienstag veröffentlichte Umfrage sieht die FDP weiterhin zwischen drei und vier Prozent: Das Meinungsforschungsinstitut Insa ermittelte in der Umfrage im Auftrag von „Bild“ einen Wert von 3,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte) für die FDP. Auch diese Umfrage wurde vom 26. Mai bis zum 1. Juni durchgeführt, allerdings ausschließlich in einem Online-Panel. Telefonische Zufallsstichproben gelten in der Meinungsforschung nach wie vor als genauer.Lesen Sie auchAuffällig ist auch: Forsa sieht die Union inzwischen nur noch bei 21 Prozent – ein Minus von einem Prozentpunkt und der schlechteste Wert seit November 2021. Insa taxiert die Union weiterhin auf 22 Prozent. Bei den weiteren führenden Meinungsforschungsinstituten liegt die Union zwischen 22 und 25 Prozent.Die Forsa-Umfrage im Überblick:AfD: 27 Prozent (±0 Prozentpunkte)CDU/CSU: 21 Prozent (-1)Grüne: 15 Prozent (±0)SPD: 12 Prozent (±0)Linke: 11 Prozent (±0)FDP: 5 Prozent (+1)BSW: 3 Prozent (±0)Sonstige: 6 Prozent (±0)Bei den übrigen Parteien gibt es fast keine Veränderung zur Vorwoche. Bei beiden Instituten liegt die AfD deutlich auf Platz 1. Insa ermittelt im Vergleich zur Vorwoche für die Grünen ein Minus von 0,5 Prozentpunkten auf 13,5 Prozent, das BSW gewinnt wie die Sonstigen einen halben Prozentpunkt auf 3,5 Prozentpunkte.Die Insa-Umfrage im Überblick:AfD: 29 Prozent (±0 Prozentpunkte)CDU/CSU: 22 Prozent (±0)Grüne: 13,5 Prozent (-0,5)SPD: 12 Prozent (±0)Linke: 10,5 Prozent (±0)FDP: 3,5 Prozent (-0,5)BSW: 3,5 Prozent (+0,5)Sonstige: 6 Prozent (+0,5)Eine parlamentarische Mehrheit hätte bei beiden Instituten nur ein Bündnis aus CDU/CSU, SPD und Grünen. Koalitionen mit der AfD haben alle weiteren Parteien ausgeschlossen, ein Bündnis mit der Linkspartei kommt für die Union nicht infrage.Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Forsa befragte telefonisch vom 26. Mai bis zum 1. Juni 2502 Personen. Insa befragte vom 26. Mai bis zum 1. Juni online 2006 Personen. Die Fehlertoleranz beträgt für beide Umfragen ± 2,5 Prozentpunkte.sebe