Ralf Rangnicks Ehrgeiz kommt manchmal plötzlich. Und unerwartet. Vor ein paar Wochen platzte er in eine ÖFB-Sitzung, als Sportchefs gerade über Reformen debattierten. Rangnick baute sich vor ihnen auf und kritisierte, keine Einladung erhalten zu haben. Dann holte er zum Rundumschlag aus. In Österreich werde nicht genug auf junge Talente gesetzt, polterte er, es würden Fehler in der Ausbildung begangen und kaum kreative Kicker entwickelt.
Eigentlich hätte der Teamchef der Nationalmannschaft gerade anderes zu tun. Die WM steht vor der Tür. In wenigen Wochen tritt Österreich in den USA, Mexiko und Kanada an – und das mit einem klaren Ziel. Man fahre dorthin, erklärte Kapitän David Alaba, »um Geschichte zu schreiben«. Und Marko Arnautovic hielt fest: »Ich traue uns den Titel zu.« Die Erwartungen an das österreichische Team sind groß. Lothar Matthäus sieht Österreich »im Viertelfinale«, also unter den besten acht Mannschaften der Welt.









