PfadnavigationHomePanoramaKirchenbesuch„Der Dom braucht viel Geld“ – Kölner Dom kostet bald 12 Euro EintrittStand: 11:58 UhrLesedauer: 4 MinutenKölner DomQuelle: Henning Kaiser/dpaDer Kölner Dom verursacht pro Tag 44.000 Euro an Kosten, sagt der Domrendant. Deswegen verlangt die Kathedrale ab Juli 12 Euro Eintritt – für Gottesdienstbesucher bleibt er kostenlos. Wie handhaben dies andere Gotteshäuser in Europa? Ein Überblick.Der Kölner Dom kostet ab 1. Juli 12 Euro Eintritt für Touristen. Das gaben die Kirchenverantwortlichen am Dienstag bekannt. Mit der Gebühr sollen Pflege, Schutz und Betrieb der Kathedrale sichergestellt werden. Wer zum Gottesdienst und zum persönlichen Gebet in den Dom kommt oder eine Kerze anzünden will, soll das weiterhin kostenfrei tun können. Dafür werden in Deutschlands bekanntester Kirche verschiedene Zugangsbereiche geschaffen.„Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld“, sagte Domrendant Clemens van de Ven. Das Unesco-Weltkulturerbe koste pro Tag 44.000 Euro. „Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen.“Eintritt soll sozialverträglich seinDompropst Guido Assmann betonte, die Zugangsgebühr solle trotzdem sozialverträglich sein. Daher werde es freien Zugang für bestimmte Gruppen – etwa Kinder – sowie Ermäßigungen und freien Eintritt an bestimmten Fest- und Feiertagen geben. „Wir haben das abgewogen. 12 Euro, ich glaube, das ist verträglich in dem Gesamtgefüge“, sagte Assmann.In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme ist etwa der Berliner Dom. Im Ausland sind Eintrittsgelder üblicher. Lesen Sie hier, wo in Europa die Kirchen Eintritt verlangen.DeutschlandAnders als in Köln setzen die meisten großen katholischen Kirchen in Deutschland weiterhin auf freien Zugang. Wie eine Recherche des Portals katholisch.de zeigt, sind Eintrittsgelder bei den Kathedralen in Mainz, München, Dresden und Speyer kein Thema. Auch der Zugang etwa zur bayerischen Wieskirche, die zum Weltkulturerbe gehört, ist kostenlos. Anders klingt es im Bistum Aachen: Eine Sprecherin des Aachener Domes schließt eine Einführung von Eintrittsgeldern in Zukunft nicht aus.Bei den evangelischen Kirchen sieht es teilweise anders aus. Im Berliner Dom ist ein Besichtigungsticket ab 15 Euro zu erwerben; das Ticket ist ein Jahr gültig. Fünf Euro müssen Erwachsene seit Mitte Mai in der evangelischen Kirche Sankt Sebald in der Nürnberger Altstadt zahlen. In der mehr als 700 Jahre alten Kirche wurde schon Albrecht Dürer getauft. Medienberichten zufolge denkt auch die Nachbargemeinde der Lorenzkirche darüber nach. Dort befindet sich der sogenannte Engelsgruß, ein berühmtes Kunstwerk von Veit Stoß von 1517/18. Andere evangelische Kirchen wie Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber mit dem bekannten Heiligblut-Altar des Würzburger Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider erheben eine solche Gebühr schon länger. Bayerns evangelisch-lutherische Kirche erklärte aber, sie plane keinen flächendeckenden Eintritt für Kirchen; solche Modelle kämen – wenn überhaupt – nur für wenige, besonders stark touristisch frequentierte Kirchen infrage, bei denen Nutzung und Aufwand besonders groß seien. SpanienIn Spanien ist der Eintritt die Regel. Ein berühmtes Beispiel ist die Sagrada Família in Barcelona (Tickets ab 26 Euro). Auch in vielen anderen Kathedralen, wie in Sevilla oder Toledo, werden Gebühren erhoben. Die Kathedrale von Palma auf Mallorca erhebt einen Eintritt von zehn Euro.ÖsterreichGroße Sehenswürdigkeiten wie der Stephansdom in Wien verlangen Eintritt. Das Ticket für den Stephansdom – 29,00 Euro für Erwachsene - umfasst die eigenständige Besichtigung der Domkirche mit einem digitalen Audioguide für das Smartphone, die selbständige Besichtigung des Süd- und Nordturmes, die Teilnahme an einer öffentlichen Katakombenführung und die Besichtigung des Dommuseums.EnglandIn vielen historischen Kirchen Englands wird Eintritt genommen. So kostet ein Erwachsenenticket für die Saint Paul’s Cathedral in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey sind es 31 Pfund (35 Euro). FrankreichDie meisten großen Kathedralen wie Notre-Dame oder Sacré-Cœur in Paris, Reims und Chartres sind kostenfrei zugänglich. Oft wird lediglich eine Gebühr für die Turmbesteigung oder die Krypta erhoben.ItalienIn Italien können Kirchen häufig ohne Gebühr besichtigt werden. Das gilt sowohl für den Petersdom, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika in Rom als auch für die Dome von Florenz oder Neapel. Manche berühmte Gotteshäuser wie der Mailänder Dom oder der Markusdom in Venedig kosten Eintritt. TürkeiGleich doppelt ungleich werden die Besuche wichtiger Gotteshäuser in Istanbul gehandhabt: Während der Besuch der blauen Moschee ohne Ansehen der Religionszugehörigkeit gratis ist, ist der Besuch der seit Sommer 2020 wieder als Moschee genutzten Hagia Sophia – im 6. Jahrhundert als Kirche erbaut und während fast tausend Jahren die größte orthodoxe Kathedrale – für Nicht-Muslime teuer. 25 Euro kostet derzeit ein Einlassticket. Das muslimische Gebet ist ohne Ticket möglich. Ein ähnliches Vorgehen ereilt Besucher der Chora-Kirche in Istanbul. Auch sie ist – nach langer Renovierung – seit Mai 2024 eine aktive Moschee, für deren Besuch Nicht-Muslime 20 Euro zahlen müssen.rct mit KNA