PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostIran setzt Verhandlungen mit USA aus – und droht mit „vollständiger“ Blockade der Straße von HormusStand: 11:20 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Iran bricht laut staatlicher Nachrichtenagentur die Verhandlungen mit den USA ab und droht mit einer vollständigen Blockade der Straße von Hormus. „So möchte man Druck auf die USA erzeugen“, sagt WELT-Reporter Jan Philipp Burgard.Aufgrund der Angriffe Israels im Libanon beendet Teheran die Gespräche mit den USA. Zudem will der Iran gemeinsam mit verbündeten Gruppen „die vollständige Schließung der Straße von Hormus vorantreiben“.US-Präsident Donald Trump hat die „nächste Woche“ als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Dieser habe ergänzt, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe. Auch aus dem Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung. Trump hat in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne bekanntgegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden. Die USA und der Iran ringen intensiv um ein Rahmenabkommen unter anderem zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Trotz dieser Feuerpause kam es jedoch zuletzt vereinzelt immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Zuvor hatte der Iran die Verhandlungen mit den USA ausgesetzt. Das iranische Verhandlungsteam habe den indirekten Austausch mit den USA über Vermittler eingestellt. Dies meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Entscheidung sei wegen der Angriffe Israels im Libanon getroffen worden. Lesen Sie auch„Angesichts der anhaltenden Angriffe des israelischen Regimes im Libanon und in Anbetracht dessen, dass der Libanon eine der Vorbedingungen für einen Waffenstillstand war – der nun an allen Fronten, einschließlich des Libanon, verletzt wurde –, setzt das iranische Verhandlungsteam die Gespräche und den Textaustausch über Vermittler aus“, meldete Tasnim. Außerdem hätten Teheran und verbündete militante Gruppen in der Region die „vollständige Schließung der Straße von Hormuz und die Aktivierung anderer Fronten“ auf ihre Agenda gesetzt, darunter die Meerenge Bab el-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres, wo die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen bereits Angriffe auf vorbeifahrende Schiffe verübt hat. Über die Meerenge läuft ein Großteil des Schiffsverkehrs in Richtung Suezkanal. Damit sollten Israel und dessen Unterstützer bestraft werden. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf der Plattform X: „Ein Bruch des Waffenstillstands an einer Front ist ein Bruch an allen Fronten.“ Die USA und Israel seien für die Folgen verantwortlich, erklärte er mit Blick auf die israelischen Einsätze im Libanon. Der Iran fordert demnach die sofortige Einstellung der israelischen Kriege im Gazastreifen und im Libanon sowie den vollständigen Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon, berichtete Tasnim und fügte hinzu: „Solange die Position Irans (…) in diesen Angelegenheiten nicht zufriedenstellend ist, wird es keine Verhandlungen geben.“Israel erobert KreuzfahrerburgDie Lage zwischen Israel und der proiranischen Terrormiliz Hisbollah im Libanon hatte sich zuletzt dramatisch zugespitzt. Trotz einer offiziellen Waffenruhe geht der Krieg weiter. Zuletzt wiesen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Israel Katz die Armee an, „terroristische Ziele der Hisbollah“ in Beiruts Vororten anzugreifen, wie es in einer Mitteilung von Netanjahus Büro hieß.In der Nacht zu Sonntag nahm die Armee die strategisch und symbolisch wichtige Kreuzfahrerfestung Beaufort ein. Netanjahu sprach von einer „dramatischen Wende“. Israel habe „die Barriere der Angst durchbrochen“. Israel hatte die Burg 1982 im Libanonkrieg eingenommen und bis zum Abzug aus dem Libanon im Jahr 2000 als Armeestützpunkt genutzt.Am Montag forderte das israelische Militär zudem die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut zur Evakuierung auf. Sollte die Hisbollah-Miliz weiterhin Raketen auf israelische Städte abfeuern, werde man Ziele in dem Gebiet angreifen, teilt das israelische Militär mit.Reuters/AFP/ll/saha