PfadnavigationHomePanorama„Sie kamen, um Unruhe zu stiften“Nach Zugangsverbot – Schweizer Freibad verdoppelt jetzt Preise für AusländerStand: 09:12 UhrLesedauer: 3 MinutenDas Freibad in PruntrutQuelle: picture alliance/KEYSTONE/PETER KLAUNZER2025 sperrte eine Schweizer Gemeinde ihr Freibad für Ausländer. Die Aufregung war groß. Nun legt die Verwaltung von Pruntrut nach. „Es geht darum, die Ruhe zu garantieren“, sagt der Gemeindepräsident.Mit einem Zutrittsverbot für ausländische Badegäste hat ein Freibad in der Schweiz im vergangenen Sommer europaweit für Schlagzeilen gesorgt. Nun steht das „Badi“ in Pruntrut (frz. Porrentruy) im Kanton Jura erneut in der Kritik. Die Gemeinde hat das Verbot zwar aufgehoben, dafür müssen Gäste ohne Wohnsitz in der Schweiz oder ohne Schweizer Staatsbürgerschaft künftig doppelt so viel Eintritt zahlen wie Einheimische, berichten Schweizer Medien.Seit Beginn der Saison 2026 kostet der Eintritt für Erwachsene ohne Wohn- oder Arbeitssitz in der Schweiz demnach 15 statt 7,50 Franken (16,14 Euro statt 8,20 Euro), schreibt etwa das Nachrichtenportal „Blick.ch“. Kinder und Jugendliche zahlen zehn statt fünf Franken. Zudem können auswärtige Gäste ihre Tickets nur online erwerben und müssen beim Einlass einen amtlichen Ausweis vorlegen. Ein Saisonabonnement steht ihnen nicht zur Verfügung. „Es geht nicht darum, Schweizer und Franzosen gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Ruhe zu garantieren“, sagte der der Zeitung „24 Heures“Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler dazu.Lesen Sie auchDie Verantwortlichen begründen die Maßnahmen mit den Vorfällen im vergangenen Sommer. Pruntrut liegt nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Nachdem Schwimmbäder in benachbarten Regionen Frankreichs zeitweise geschlossen worden waren, kamen vermehrt Jugendliche in die 6000-Einwohner-Stadt. Es kam wiederholt zu sexuellen Belästigungen junger Frauen, aggressivem Auftreten, Verstößen gegen die Badeordnung und Polizeieinsätzen wegen Gewalt. Die Stadt sprach insgesamt 20 Hausverbote aus. Auch ein Sicherheitsdienst konnte die Lage nicht entschärfen. Zudem belasteten die zusätzlichen Kosten den Haushalt.Daraufhin wurde Menschen ohne Wohnsitz in der Schweiz der Zutritt zeitweise weitgehend untersagt. Wer dennoch ins Bad wollte, musste nachweisen, dass er Urlaub in der Region machte, und eine Unterkunft nachweisen können. Die Maßnahme löste eine heftige Debatte aus.Kritik kam unter anderem von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus. Ein pauschales Badeverbot für ausländische Personen sei „problematisch und irritierend“. Statt kollektiver Maßnahmen sollten individuelle Hausverbote gegen konkrete Störer geprüft werden.Lesen Sie auchAuch das aktuelle Modell stößt auf rechtliche Bedenken. Dennoch hält sich die Kommune weitere Einschränkungen ausdrücklich offen. Ein neues Reglement soll künftig ermöglichen, bei Sicherheitsproblemen oder großem Andrang den Zugang bestimmter Gruppen vorübergehend zu beschränken.Die Betreiber verweisen dagegen auf positive Erfahrungen mit ihrem harten Kurs. Nach dem Ausländerverbot seien mehr als doppelt so viele Saisonkarten verkauft worden wie im Vorjahr. Lionel Maitre vom zuständigen Gemeindeverband zog eine positive Bilanz: „Die Einheimischen haben ihr Schwimmbad zurückerobert, nun haben wir dort wieder Ruhe und Gelassenheit.“Auch unter den Badegästen gehen die Meinungen auseinander. Ein Besucher verteidigte die verschärften Vorgaben der Zeitung „20 Minuten“ mit den Worten: „Die Franzosen kamen nicht hierher, um eine gute Zeit zu erleben, sondern um Unruhe zu stiften.“ Andere halten die Praxis für ungerecht. „Wir sollten aufhören zu generalisieren und alle Menschen in die gleiche Schublade zu stecken“, sagte ein 24-jähriger Badegast. Seine Freunde aus Frankreich kämen inzwischen nicht mehr zum Schwimmen, weil es ihnen zu teuer geworden sei.kami
Schweizer Freibad verdoppelt nach Zugangsverbot jetzt Preise für Ausländer - WELT
2025 sperrte eine Schweizer Gemeinde ihr Freibad für Ausländer. Die Aufregung war groß. Nun legt die Verwaltung von Pruntrut nach. „Es geht darum, die Ruhe zu garantieren“, sagt der Gemeindepräsident.








