Die durch den Iran-Krieg entfachte Düngerkrise in Europa spitzt sich weiter zu. Die EU will daher stärker mit Gülle, Mist, Gärresten und anderen organischen Reststoffen zudüngen, wie aus einem Düngeaktionsplan der EU-Kommission hervorgeht. Doch in Brandenburg gibt es Zweifel, ob dieser Plan aufgehen kann.„Eine über die bisherigen Mengen hinausgehende Nutzung von Wirtschaftsdüngern ist aufgrund der rückläufigen Tierbestände, der anfallenden Transportkosten und anderer Faktoren aktuell nicht absehbar“, teilt das brandenburgische Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) auf Anfrage der Berliner Zeitung mit.
Warum Mineraldünger so teuer geworden ist
Weil ein großer Teil der weltweiten Düngemittelproduktion über die blockierte Straße von Hormus verschifft wird, sind die Preise für mineralischen Dünger zuletzt dramatisch gestiegen. Stickstoffdünger – der wichtigste Helfer beim Wachstum von Getreide, Gemüse und Futtermitteln – kostet in Europa zurzeit 71 Prozent mehr als noch 2024. Der Düngerrohstoff Urea hat sich zwischen Februar und April 2026 sogar um 80 Prozent verteuert.
In dem Aktionsplan heißt es, Brüssel wolle die Nutzung organischer Dünger und Alternativen zu herkömmlichem Mineraldünger fördern – unter anderem durch Nährstoffrecycling, die Rückgewinnung von Phosphor und Stickstoff, Biogas und die Verwertung von Gärresten. Aus Tiermist soll ein stärker aufbereiteter Dünger hergestellt werden, der ähnlich gezielt eingesetzt werden kann wie Mineraldünger.










