Donald Tusk und Keir Starmer, die Ministerpräsidenten Polens und Großbritanniens, haben vergangene Woche auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Northolt im Westen Londons einen Vertrag über Partnerschaft im Bereich Sicherheit und Verteidigung unterzeichnet. Der wichtigste Punkt des Vertrags ist eine bilaterale Verteidigungsklausel, die gegenseitigen militärischen Beistand im Falle eines Krieges vorsieht – konkret geht es dabei um einen möglichen Krieg mit Russland.

Aus Polens Sicht ist entscheidend, dass die gegenseitige Hilfe schnell erfolgen könnte, anders als das potenzielle Eingreifen durch die Nato. Denn durch diesen Vertrag, so Polens Premierminister Donald Tusk, „kann man im Falle einer Bedrohung mit schnellen gegenseitigen Reaktionen rechnen, bevor die Entscheidung aller 32 Nato-Mitglieder fällt“.

Die Bestimmungen des Vertrags sollen Rechtskraft haben und von den Parlamenten beider Länder ratifiziert werden, der genaue Zeitplan dafür steht in beiden Ländern noch nicht fest. Großbritannien hat bereits ähnliche verteidigungspolitische Abkommen mit Deutschland (Trinity House Abkommen, 2024) und Frankreich geschlossen, die allerdings keine konkreten Beistandsverpflichtungen beinhalten.