PfadnavigationHomePolitikDeutschlandJahrestag„Mordtat muss als Warnung dienen“ – Merz besucht Grab von Walter Lübcke und trifft AngehörigeStand: 17:09 UhrLesedauer: 3 MinutenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) legt gemeinsam mit Irmgard Braun-Lübcke (2.v.l.) am Grab von Walter Lübcke einen Kranz niederQuelle: Florian Wiegand/dpaKurz vor dem 7. Jahrestag der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke besucht Friedrich Merz dessen Grab. Ein Sprecher der Familie nennt den Austausch gut.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Grab des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke besucht. Wenige Stunden vor dem 7. Jahrestag der Tat traf er sich mit der Witwe Irmgard Braun-Lübcke und weiteren Angehörigen. „Walter Lübcke war ein liebevoller Ehemann und Familienvater, ein überzeugter Christdemokrat und ein über Parteigrenzen geschätzter Politiker“, würdigte Merz seinen ermordeten Parteifreund.Am Grab hielten Merz und die Angehörigen eine Weile inne. Zu hören war auf dem zwischen Wiesen und Häusern gelegenen Friedhof lediglich Vogelgezwitscher. Später unterhielt sich Merz am Grab mit den Angehörigen über deren Erinnerungen an die Tatnacht. Lesen Sie auchZuvor hatte sich Merz bereits zu einem längeren Gespräch mit den Angehörigen getroffen. Ein Sprecher der Familie nannte den Austausch im Nachgang gut. Inhalte sollten privat bleiben.Merz: „Bedrohung beginnt mit Verrohung der Sprache“„Diese Mordtat muss uns auch weiterhin als Mahnung dienen“, sagte Merz später in einem Statement. „Es ist die Aufgabe der Demokraten in unserem Land, alles dafür zu tun, dass es keinerlei Toleranz für Gewalt in Politik und Gesellschaft gibt.“ Vor allem Kommunalpolitiker würden jedoch seit Jahren immer häufiger bedroht. „Diese Bedrohung beginnt mit der Verrohung der Sprache. Diese unselige Tendenz ist nicht hinnehmbar“, sagte der Kanzler.Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf seiner Terrasse im nordhessischen Wolfhagen-Istha von dem Rechtsextremisten Stephan E. ermordet worden – weil dieser Lübckes liberale Haltung zur Flüchtlingspolitik ablehnte. Der Täter verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Seine Tat gilt als der erste politisch motivierte Mord an einem bundesdeutschen Politiker durch einen Neonazi in der Bundesrepublik.Streit um Lübcke-Statue vor CDU-ZentraleDas Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) hatte im vergangenen Jahr eine lebensgroße Statue von Lübcke vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin aufgestellt. Die politischen Aktivisten wollten die CDU damit an ihre Verantwortung erinnern, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten.Die CDU kritisierte die Aktion. Man verwehre sich „gegen die unaufrichtige Instrumentalisierung von Lübcke durch linke Aktivisten wie das Zentrum für politische Schönheit“, sagte eine Sprecherin. Der Kampf gegen den politischen Extremismus und die Feinde unserer Demokratie sei eine Aufgabe aller Demokraten in unserem Land. „Wer diesen Kampf aufrichtig mit uns führen will, darf sich nicht gegen die politische Mitte wenden.“Auch Kai Wegner (CDU) kritisierte die Aktion damals scharf: „Die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit ist in ihrer Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten.“ Wer das Andenken Lübckes derart schamlos für seine politische Agenda missbrauche, zeige vor allem eines: „Respektlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber einem Menschen, der für unsere Demokratie eingestanden ist und dafür mit seinem Leben bezahlen musste.“dpa/saha