PfadnavigationHomeWissenschaftBeziehungenWären Sie als Single glücklicher?Stand: 17:31 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Beziehung gilt für viele als größtes ZielQuelle: Getty Images/Johner RF/Johner ImagesGlück, Liebe, Erfüllung: Für viele gehört das alles untrennbar zusammen. Eine Langzeituntersuchung mit Tausenden Teilnehmern zeigt nun, wann eine Beziehung glücklich macht – und wann man lieber Single sein sollte.Kaum jemand fragt frisch Verliebte, ob sie als Single nicht vielleicht glücklicher wären. Wer einen neuen Partner hat, bekommt Glückwünsche. Wer allein lebt, eher Fragen. Beim Familienessen, auf Hochzeiten oder von Freunden. Ob man gerade datet, wie es denn so läuft. Und wann man endlich mal jemanden mitbringt. Dahinter steckt oft dieselbe Überzeugung: Eine Beziehung macht Menschen glücklicher als das Leben allein.Eine neue Langzeitstudie zeigt jetzt, dass die Sache komplizierter ist. Zwar profitieren Menschen von einer guten Partnerschaft, doch wer in einer mittelmäßigen oder schlechten Beziehung ist, fühlt sich oft schlechter als Menschen, die allein sind. Für die Untersuchung nutzten Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem und der Universität Nikosia Daten von mehr als 12.000 Menschen aus der deutschen Langzeitstudie Pairfam. Die Teilnehmer beantworteten über 13 Jahre hinweg immer wieder dieselben Fragen zu ihrem Leben und ihren Beziehungen.Lesen Sie auchSie gaben an, wie zufrieden sie mit ihrem Leben und ihrer Partnerschaft waren, und bewerteten beides auf einer Skala von null bis zehn. Außerdem sagten sie, wie häufig sie Gefühle wie Glück, Einsamkeit, Traurigkeit oder Verzweiflung erlebten. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin „Personality and Individual Differences“.Anders als viele frühere Studien verglichen die Forscher nicht einfach Singles mit Menschen in Beziehungen. Sie begleiteten dieselben Menschen über Jahre hinweg und schauten, wie sich ihr Leben veränderte, wenn sie eine Beziehung eingingen oder wieder Single wurden. Dadurch konnten sie besser erkennen, wie eng Beziehungsstatus und Wohlbefinden zusammenhängen.Lesen Sie auchDie Ergebnisse zeigen: Menschen berichteten insgesamt von einem höheren Wohlbefinden, wenn sie in einer Partnerschaft lebten. Doch nicht jede Beziehung machte glücklicher. Entscheidend war, wie zufrieden sie mit ihrem Partner waren. Wer in einer schlechten oder nur mittelmäßigen Beziehung lebte, war mit seinem Leben weniger zufrieden als Singles und fühlte sich häufiger traurig, deprimiert oder verzweifelt. Lesen Sie auch„Das Besondere an dieser Studie ist, dass wir die Teilnehmer über mehrere Jahre begleitet haben, um zu sehen, wie sich ihr Glücksempfinden mit ihrem Beziehungsstatus veränderte“, wird Studienleiter Elyakim Kislev zitiert.„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es nicht allein darauf ankommt, ob man in einer Beziehung ist. Die Qualität der Beziehung ist der entscheidende Faktor für unser emotionales Wohlbefinden“, so Kislev. Einen Unterschied macht die Beziehung laut den Forschern aber doch: Wer einen Partner hat, fühlt sich seltener einsam – egal, wie schlecht die Beziehung ist. Damit greift die Studie eine Sorge auf, die viele Menschen kennen: die Angst, allein zu sein.Die Studie hat allerdings auch Grenzen. Die Forscher berücksichtigten nicht, dass Menschen im Laufe der Jahre beruflich aufsteigen, mehr Geld verdienen oder gesundheitliche Probleme bekommen können. All das kann beeinflussen, wie zufrieden Menschen mit ihrem Leben sind und ob sie einen Partner haben. Außerdem untersuchten die Forscher nicht, warum Menschen Single waren. Ob jemand bewusst allein lebt, zwischen zwei Beziehungen steht oder unfreiwillig keinen Partner findet, könnte ebenfalls beeinflussen, wie zufrieden er mit seinem Leben ist.
Liebe: „Die Qualität der Beziehung ist der entscheidende Faktor“ – Wären Sie als Single glücklicher - WELT
Glück, Liebe, Erfüllung: Für viele gehört das alles untrennbar zusammen. Eine Langzeituntersuchung mit Tausenden Teilnehmern zeigt nun, wann eine Beziehung glücklich macht – und wann man lieber Single sein sollte.






