Karnevalswagen in Düsseldorf: Eher Daniel Düsentrieb als Dagobert Duck
In einem Werbevideo hat Friedrich Merz einmal erklärt, was seine Vorstellung von Deutschland ist: ein Land, so drückte er es aus, das »innovativ ist, das wieder Erfindungen hat«.Offenbar hat der Kanzler eine verzerrte Vorstellung davon, was »Innovation« eigentlich ist, ebenso wie so viele seiner Kolleginnen und Kollegen, egal ob Markus Söder oder einige Vertreter der ständig von »Innovation« redenden Splitterpartei FDP. Merz scheint eher an den Erfinder Daniel Düsentrieb zu denken als an den Unternehmer Dagobert Duck. Dabei ist Letzterer der Vorstellung von »Innovation«, die der berühmte Ökonom Joseph Schumpeter schon vor dem Zweiten Weltkrieg formulierte, deutlich näher.
Schumpeter betonte stets, dass zu Innovation auch gehört, neue technische oder organisatorische Ideen am Markt zu etablieren: »Innovation ist möglich ohne irgendetwas, das wir als Erfindung erkennen würden, und eine Erfindung erzeugt nicht notwendigerweise Innovation, sondern produziert für sich genommen keinerlei relevanten wirtschaftlichen Effekt«. So steht es in Schumpeters »Business Cycles« aus dem Jahr 1939.
Was Friedrich Merz zu »Innovation« einfälltIn »Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie« von 1942 findet man außerdem Schumpeters Idee der permanenten »kreativen Zerstörung« des Bisherigen. Der Ökonom aus Österreich war regelrecht besessen von »neuen Kombinationen«, die althergebrachte Mechanismen, Technologien, Systeme alt und teuer aussehen lassen.Friedrich Merz fällt bei »Innovation« immer als erstes Kernfusion ein. Eine Technologie, die noch nirgends marktreif funktioniert. Sie produziert, um mit Schumpeter zu sprechen, bislang »keinerlei relevanten wirtschaftlichen Effekt«. Bei erneuerbaren Energien, denen März und seine Wirtschaftsministerin weiterhin skeptisch gegenüberstehen, ist das völlig anders.






