In der Karl-Marx-Straße im brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow braucht man derzeit vor allem zwei Dinge: gute Nerven und ein gut gefülltes Tankkonto. Wer hier wohnt, blickt nicht auf blühende Vorgärten, sondern auf eine Baustelle. „Seit drei Jahren wird hier nun schon gebuddelt, und wenn wir Pech haben, kommen noch mal drei Jahre drauf“, sagt Frank Rautenberg über den frisch gestrichenen Gartenzaun hinweg.Es ist 15.30 Uhr, und auf der Baustelle herrscht bereits feierabendliche Stille, während sich die Anwohner über das anhaltende Verkehrschaos unterhalten. Wer zum Beispiel nach Dahlewitz will, findet sich plötzlich vor verschlossenen Absperrungen wieder und muss Umwege von sieben Kilometern über die Schnellstraße oder Nachbardörfer in Kauf nehmen.

Galgenhumor und Frust am Gartenzaun

Das Absurde: Während die Bahn ihren Teil – die großen Brücken und Schienen – bereits fertiggestellt hat, fängt die Gemeinde jetzt erst richtig an. Es geht um Abwasserrohre, die man laut Anwohnern schon vor 30 Jahren hätte planen können, die nun aber erst im Nachhinein „entdeckt“ wurden. „Die haben das einfach vergessen“, schallt es mit einer Mischung aus Galgenhumor und Frust über den Zaun.

Am Gartenzaun: Frank und Martina Rautenberg