Auf ihrem „Impuls“-Kongress suchten die Grünen nach unbequemen Ideen. Sie fanden eine Leerstelle, aber auch einen guten Rat: Habt keine Angst.

Am Ende eines langen Kongresstages wollen sich einige Dutzend Grüne noch ein bisschen veräppeln lassen. „Roast the Greens“ heißt eine der letzten Veranstaltungen auf der Tagesordnung. „Röste die Grünen“ also. Der Saal ist gut gefüllt, als Teresa Reichl loslegt.

Die Partei habe sich mit ihr eine „radikale linke Kabarettistin aus Bayern eingeladen“, sagt die 29-Jährige. „Ich weiß ja nicht, ob das so schlau war.“ Dann macht sie aber eine Viertelstunde lang vornehmlich Witze über Söder, Merz und Lindner. Über die Grünen scherzt sie nur zwei Mal, erst über deren Bedeutungsverlust, dann über deren Bauchschmerzen bei Ampel-Kompromissen. Gemessen am Titel: ziemlich harmlos.

„Impuls“ nennen die Grünen ihre Veranstaltung. Über anderthalb Tage halten sie sie am Wochenende in Berlin-Neukölln ab, in einem neu errichteten Kongress-Zentrum mit typischem Startup-Chic. Die Partei hat das Event vorab als eine grüne re:­pu­clia beschrieben; für taz-Leser*innen könnte man auch sagen: ein grünes taz.lab. Eine Veranstaltung also, bei der auf verschiedenen Bühnen zig interessante Leute über diverse Themen diskutieren, bis am Abend allen der Kopf schwirrt.