PfadnavigationHomePolitikDeutschlandRussischer AngriffskriegUkrainische Drohnen attackieren Öl-Infrastruktur in Russland – Krim schränkt Benzin-Verkauf einStand: 12:16 UhrLesedauer: 3 MinutenDank des neuen Delta-Systems konnte die Ukrainer erhebliche Treffer gegen Russland landen. Präzise und innerhalb von Sekunden analysiert das System Daten und übermittelt den Standort. „Es kann genau schauen, wo sich der Feind aktuell befindet“, sagt WELT-Reporter Marian Grunden.Nächtliche Drohnenattacken der Ukraine setzen Russlands Öl-Infrastruktur weiter unter Druck. Auf der Krim reagieren die Behörden: Der Benzin-Verkauf musste eingeschränkt werden. Aus Deutschland wurde unterdessen ein Iris-T-Luftabwehrsystem geliefert.Die Ukraine hat in der Nacht erneut Ölanlagen in Russland mit Drohnen angegriffen. Unter Beschuss geraten seien ein Öllager nahe der Stadt Taganrog am Asowschen Meer und eine Raffinerie in Saratow an der Wolga, berichtete die Internetzeitung „Ukrajinska Prawda“. Russische Behörden haben die Treffer teilweise bestätigt. Vor allem in Saratow hat die Attacke wohl schwere Folgen, den im Netz kursierenden Bildern nach zu urteilen.„Vorläufigen Informationen nach gibt es Schäden an Objekten der zivilen Infrastruktur“, schrieb auch der Gouverneur von Saratow, Roman Bussargin, auf Telegram. Details nannte er nicht. Die Raffinerie in Saratow gehört zum staatlichen Ölkonzern Rosneft, der unter der Leitung von Igor Setschin steht, einem engen Vertrauten von Kremlchef Wladimir Putin. Bereits in der Vergangenheit war die Anlage Ziel ukrainischer Angriffe.Der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar, bestätigte auf Telegram, den Brand eines Öllagers bei Taganrog im Landkreis Matwejew-Kurgan. Die Löscharbeiten hielten an.Lesen Sie auchNach Angaben des russischen Militärs wurden in der Nacht mehr als 200 ukrainische Drohnen abgefangen. Drohnenangriffe gehören in dem vor mehr als vier Jahren von Putin befohlenen Krieg inzwischen zum Alltag und werden von beiden Seiten eingesetzt. Immer wieder attackieren sie Objekte tief im Hinterland des Gegners.Beschränkungen für Benzin-Verkauf auf der KrimDie Behörden auf der von Russland seit 2014 annektierten Halbinsel Krim haben nach den ukrainischen Drohnenangriffen auf Ölanlagen Begrenzungen für die Ausgabe von Benzin eingeführt. Benzin der Marke AI-95 – entspricht Super in Europa – werde vorrangig an öffentliche und soziale Fahrzeuge abgegeben, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter der Region, Sergej Aksjonow, auf Telegram mit. Normale Bürger könnten den Treibstoff nur mit Bezugsschein tanken – dann ohne Mengenbegrenzung. Für die Marke AI-92 (Normal) gelte wiederum eine Obergrenze von 20 Litern. „Das Tanken in Kanister ist verboten“, schrieb Aksjonow zudem. Damit soll offenbar Hamstern verhindert werden. Seinen Angaben nach gelten die Beschränkungen zunächst für einen Zeitraum von 30 Tagen. Im Internet kursieren derweil zahlreiche Videos von langen Schlangen vor den Tankstellen auf der Krim.Lesen Sie auchSeit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine dient die Krim als Versorgungsbasis für die im Süden der Ukraine angreifenden russischen Truppen. Daher ist die Halbinsel vermehrt ins Visier ukrainischer Drohnen- und Raketenangriffe gerückt. Gerade Ölanlagen geraten zunehmend unter Beschuss. So brennt die Raffinerie in der Stadt Feodossija seit zwei Tagen. Kiews Ziel ist es, die Versorgung der Besatzungstruppen zu erschweren.Iris-T-Luftabwehr aus Deutschland angekommenDie Ukraine erhält nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj aus Deutschland eine weitere Abschussanlage für die Iris-T-Luftabwehr. Das System sei am Samstag eingetroffen, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zugleich fordert Selenskyj weiteren Nachschub an Munition. „Wir benötigen auch Raketen für die Luftabwehrsysteme, um über ausreichende Kapazitäten zur Abwehr russischer Angriffe zu verfügen“, erklärt er. Das Bundesverteidigungsministerium hatte Mitte April mitgeteilt, dass mit der Firma Diehl die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden sei.dpa/Reuters/coh