PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaFC Bayern MünchenArtikeltyp:MeinungBarcelona macht das RennenEin geplatzter Win-Win-Deal – Glückwunsch, FC BayernVon Walter M. StratenStand: 11:03 UhrLesedauer: 3 MinutenHat gut lachen: Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl konnte erstmal viel Geld sparen Quelle: Annette Riedl/dpaDer FC Bayern sucht eine Alternative, wenn Kane oder Díaz mal ausfallen sollten. Die Münchener waren fündig geworden, nun aber sticht der FC Barcelona den deutschen Rekordmeister aus. Der Fall muss kein Nachteil sein – und ist überaus erstaunlich.Darf man gratulieren, FC Bayern? Zum Nicht-Transfer! Anthony Gordon wechselt nicht von Newcastle nach München, sondern nach Barcelona. Und das nicht, weil dem Stürmer das Meer mehr liegt als die Berge oder ihm Hansi Flick als Trainer lieber wäre als Vincent Kompany. Der Grund ist so schnöde wie für fast alles im Fußball. Money makes the ball go round.Barça zahlt die geforderten rund 80 Millionen Euro. Bayern hat bei 60 Millionen Euro die rote Linie gezogen. Das wäre bereits viel, zu viel (?) gewesen für ein Backup. Gordon gehört zwar jetzt zu Tuchels WM-Team. Doch in der Premier League hat er zuletzt mit sechs Toren in 26 Spielen nicht gerade die Sterne vom englischen Himmel geschossen.Bei Bayern sollte er eh nur zum Einsatz kommen, wenn Harry Kane oder Luis Díaz mal ausgefallen wären. Der Titel teuerster Joker der Liga bleibt Gordon nun erspart. Und der Deutsche Meister hat viel Geld gespart. Ein geplatzter Win-Win-Deal sozusagen.Max Eberl hat dabei auch noch Glück: Das Scheitern können die ihm gegenüber so kritischen Bosse Hoeneß und Rummenigge dem Sportvorstand nicht anlasten. Sie selbst hatten die 60-Millionen-Grenze festgesetzt. Da kann der Max nix machen.Lewandowski zum FC Bayern? Topfit ist der 37-Jährige nochDas Erstaunlichste am Fall Gordon: Wieso kann sich der FC Barcelona den Spieler leisten? Und Julián Álvarez von Atlético Madrid wollen sie für schlappe 100 Millionen Euro noch obendrauf.Dabei hatte der Klub laut des offiziellen Finanzberichts 2025 noch 469 Millionen Euro Schulden. Die Milliarde und ein paar Zerquetschte für den Umbau des Stadions Camp Nou nicht mal eingerechnet. Unter Europas Riesen hat Barça sicher die meisten Miesen. Und wirft weiter lustig die Kohle raus.Lesen Sie auchUm ein wenig gegenzufinanzieren, lässt man unter anderem den Vertrag von Robert Lewandowski auslaufen. Moment, Lewandowski?! Er ist ablösefrei, mit 37 topfit, hat sich in München wohlgefühlt und ist im gesetzteren Alter bestimmt bereit für die Bank. Lewandowski als Backup für Kane? Liebe Bayern, falls Interesse besteht: Diese Idee ist von meiner Seite kostenfrei. Und das gibt es nicht so oft in diesem Geschäft.Apropos nicht kostenfrei: Die Liga hat 2025 fast 250 Millionen Euro (!) an Provisionen für Spielerberater bezahlt. Die Honorar-Rangliste entspricht exakt der Bundesliga-Tabelle: Bayern (51,195 Millionen) vor Dortmund (36,632 Millionen) und Leipzig (35,216 Millionen).Auf Platz vier Frankfurt (24,095 Millionen) – dummerweise nur bei den Ausgaben für Berater. Sportlich ging die Saison daneben. Ups! Da hat sich nicht ausgezahlt, was gezahlt wurde. Ciao Champions League.Deren Finale fand ja am Samstagabend um 18.00 Uhr statt. War das nicht eine tolle Anstoßzeit? Fußball am frühen Abend statt bis tief in die Nacht. Die Kinder können schauen. Man kann danach noch anderes unternehmen. Früher fand das Pokalfinale auch um 18.00 Uhr statt.Lieber DFB, es wird Zeit, diese Zeit wieder einzuführen. Millionen werden es danken.Der Kommentar wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild am Sonntag“ veröffentlicht.