Penaltykrimi: Und am Ende ist der Held ein RusseEigentlich war er als Ersatztorhüter vorgesehen. Nun avanciert Matvéi Sáfonov im Champions-League-Final zum Matchwinner für PSG – ohne dass er einen Elfmeter halten musste.Florian Haupt, Budapest30.05.2026, 22.01 Uhr2 LeseminutenEinschüchternde Aura: PSG-Goalie Matvéi Sáfonov.Jose Breton / NurPhoto / GettyKerzengerade stand er vor seinem Tor, während die Fans hinter ihm ein Bengalomeer zündeten und die Mitspieler auf ihn zugerannt kamen. Der Goalie Matvéi Sáfonov war im dramatischen Elfmeterschiessen der Matchwinner des Abends für Paris Saint-Germain – obwohl er dafür nicht mal einen Penalty halten musste. Eberechi Ezé und Gabriel Magalhães waren so freundlich, ihre Versuche neben das Tor zu setzen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ob sie von der Aura des russischen Torhüters eingeschüchtert waren? Im Interkontinental-Final gegen den Südamerika-Meister Flamengo Rio de Janeiro hatte Sáfonov eine Woche vor Weihnachten vier von fünf Elfmetern gehalten – und damit das Titelsextett des PSG im Jahr 2025 ermöglicht.Dabei ist es in vielerlei Hinsicht erstaunlich, dass der 27-Jährige das Tor des nun zweifachen Champions-League-Siegers hütet. Zum einen verrichtete den Job vorige Saison noch der mehrfache Welttorhüter Gianluigi Donnarumma, dessen Vertrag wegen überzogener Gehaltsforderungen allerdings nicht verlängert wurde. Zum anderen war als neuer Stammgoalie eigentlich Lucas Chevalier verpflichtet worden. Doch der junge Franzose verletzte sich, wirkte anfällig – und so bekam Sáfonov den Posten fest übertragen.Zum anderen ist da natürlich Sáfonovs Nationalität. Es ist schon kurios: Da diskutiert die Sportwelt seit Jahren über den Umgang mit dem Putin-Reich und hat es überwiegend konsequent von allen Wettbewerben ausgeschlossen – und dann strahlt ein Russe als Matchwinner nach dem wichtigsten Klubfussballspiel des Jahres. Umso pikanter ist die Angelegenheit, als der PSG seit dem Sommer in Ilia Zabarnyi auch einen ukrainischen Profi beschäftigt. «Ich unterhalte keinerlei persönliche Beziehungen zu Russen, ich muss mit Sáfonov auf professioneller Ebene interagieren und meine Verpflichtungen gegenüber dem Klub erfüllen», sagte Zabarnyi kurz nach seinem Wechsel. Ob er seine Meinung dazu kundtun wolle, wurde Sáfonov daraufhin gefragt. «Werde ich nicht», lautete die Antwort.Der Goalie kommt aus einer Sportlerfamilie und wurde an der Fussballakademie in Krasnodar ausgebildet, wo er an der Universität ausserdem ein Studium von Pädagogik, Psychologie und Kommunikation mit dem Bachelor-Degree abschloss. 2024 wechselte er zum PSG. Spätestens am Samstagabend brachte er es bis ins Klubpantheon.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Penaltykrimi: Ein russischer Goalie wird zum PSG-Helden
Eigentlich war er als Ersatztorhüter vorgesehen. Nun avanciert Matvéi Sáfonov im Champions-League-Final zum Matchwinner für PSG – ohne dass er einen Elfmeter halten musste.














