Aus einer alten Bungalowanlage an der Mecklenburgischen Seenplatte soll ein Feriendorf für Großstädter werden. Die alten Bewohner:innen stören da.
N och ist das ihr Ausblick: der Canower See, die Wiese, das Beachvolleyballfeld, Kiefern ragen in den Himmel, am Ufer lagern Kanus zum Trocknen. Cornelia Senftleben und Jens Gallinge stehen vor ihrem Bungalow an der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Wasser ist keine 50 Meter weit entfernt. Senftleben deutet auf den Steg, den sie in einem Winter gebaut hat, als der See zugefroren war. „Als Normalsterblicher kommt man an so was nicht mehr ran“, sagt Gallinge, „ohne den passenden Geldbeutel.“
Im Winter, wenn die meisten weg sind, mögen sie es am liebsten am See. Dann trauen sich die Rehe aus dem Wald und stehen auf dem zugefrorenen Wasser. Wenn Gallinge nachts vor die Tür geht, staune er auch nach all den Jahren noch. Seine Partnerin legt den Kopf in den Nacken und macht ihn nach: „Boah, hier sieht man die Sterne.“ Aber wahrscheinlich war das ihr letzter Winter am Canower See.
Vor drei Jahren schickte die Für Freunde Immobilien GmbH ihnen ein Grußschreiben. Sie seien drei Freunde und die neuen Eigentümer des Bungalowparks. Sie hätten sich in das Gelände „verliebt“. Rund ein Jahr später kündigten sie ihren Mieter:innen, die teilweise seit der Wende im ehemaligen DDR-Bungalowpark ihre Freizeit verbringen. Sie sollen den Canower See verlassen.








