PfadnavigationHomePanoramaBlockade-AktionTausende protestieren am Brenner, Polizei weist 219 Lkw zurück – Autobahn nun wieder freiStand: 19:54 UhrLesedauer: 3 MinutenTeilnehmer der Demonstration protestieren bei der Autobahnauffahrt des Brenners in MatreiQuelle: Jason Tschepljakow/dpaTausende Menschen haben auf der Brenner-Autobahn gegen die massive Verkehrsbelastung durch den Transitverkehr protestiert. Das befürchtete Chaos auf der wichtigen Route blieb jedoch aus.Auf der Brenner-Autobahn in Österreich haben am Samstag zahlreiche Menschen gegen die hohe Verkehrsbelastung protestiert. Das befürchtete Verkehrschaos auf dem normalerweise viel befahrenen Alpenpass blieb jedoch aus. Nach der Sperrung der A13, die Österreich und Italien verbindet, versammelten sich dort seit dem Mittag Tausende Demonstranten, wie ein AFP-Journalist beobachtete. Die Protestkundgebung gegen die Belastung der Anwohner durch den massiven Verkehr hatte der Bürgermeister des Ortes Gries, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldet.Die Brenner-Autobahn war um 09.00 Uhr für den Lkw-Verkehr und um 11.00 Uhr auch für alle übrigen Fahrzeuge gesperrt worden. Die Sperrung galt bis 19.00 Uhr. „Alle Spuren sind wieder offen“, sagte ein Sprecher des Autobahnbetreibers Asfinag am Samstagabend der Nachrichtenagentur dpa. So fällt die Bilanz der Brenner-Demo ausAm Mittag zogen Demonstranten zu der Autobahn. Auf ihren Transparenten standen Slogans wie „Schluss mit dem Transit-Kollaps – Güter auf die Schiene“.Mühlsteiger zog ein positives Fazit der Protestkundgebung. „Es war überwältigend und es war fulminant“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. Er sprach von knapp 5000 Demonstranten. Die Feuerwehr sprach von 4500 Demo-Teilnehmern.Lesen Sie auchDie Behörden in Tirol zogen eine positive vorläufige Bilanz des Demonstrations- und Blockadetags. Insgesamt seien 219 Lastwagen an der gesperrten Transitstrecke zurückgewiesen worden, hieß es von der Polizei.Der Protest sei ein „sehr, sehr deutliches Zeichen an die hohe Politik“, sagte Mühlsteiger. Die könne das Problem nun „nicht mehr kleinreden beziehungsweise ignorieren“. Mühlsteiger hatte zuvor gesagt, das massive Verkehrsaufkommen auf der Brenner-Autobahn sei „für die Bevölkerung nicht mehr schaffbar, nicht mehr aushaltbar“.„Über zwei Millionen Transit-Lkw jedes Jahr, das ist einfach zu viel, die Bevölkerung leidet“, sagte ein Demonstrant zu AFP. Es werde „viel zu wenig auf die Schiene verlagert“.Am Sonntag wird mit starkem Verkehr gerechnetObwohl der Protesttag auf der wichtigsten Verkehrsverbindung nach Italien in die Pfingstferien mehrerer deutscher Bundesländer fiel, blieb das befürchtete Verkehrschaos bislang aus.Es sei „sehr viel weniger los gewesen als sonst an einem Samstag“, sagte Harald Lasser vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) AFP am späten Nachmittag. Die Menschen hätten die Warnungen ernst genommen und ihre Fahrten offenbar verschoben. „Die Katastrophe ist ausgeblieben, weil wir sie angekündigt haben“, betonte Lasser. Auch an der Grenze habe die Wartezeit höchstens eine Stunde betragen, was „normal“ sei. ÖAMTC rechnet jedoch damit, dass Reisende ihre aufgeschobenen Fahrten ab Samstagabend antreten. Besonders am Sonntag wird mit starkem Verkehr gerechnet. Auch auf deutscher Seite kam es am Samstag zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen. „Das Chaos ist ausgeblieben, es war den ganzen Tag über ruhig“, sagte ADAC-Sprecherin Miriam Melanie Köhler. Die meisten Fahrer hätten sich offenbar auf die Situation eingestellt, die Warnungen ernst genommen und auf Fahrten durch die betroffene Region verzichtet. dpa/AFP/ll