Sie möchten kein Rezept oder Geschichte über Genuss und Ernährung mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter:Stefan Wildfeuer, Musikkomponist unserer Probier-doch-mal-Videos, hat sie durchnummeriert: Dieses Video ist Nummer 500! Wir feiern es mit einem glamourösen Dulce-de-Leche-Eisparfait. Dulce de leche ist eine süße, karamellisierte Dosenmilch aus Südamerika, oft zu süß, aber in meinem Parfait genau richtig – supercremig und mit viel Karamell-Aroma.Zum 500. Video gibt es ein kleines Schmankerl und damit meinen wir nicht das Dulce-de-Leche-Eisparfait selbst. Foto: Hans GerlachAußerdem verlosen wir einige Probier-doch-mal-Bücher in einem kleinen Gewinnspiel. Schreiben Sie uns dafür einfach eine E-Mail an dasrezept@sz-magazin.de mit dem Betreff Gewinnspiel Probier doch mal. Schnell sein lohnt sich: Die ersten zehn erhalten ein Probier-doch-mal-Kochbuch.Seit dem ersten offiziellen Probier-doch-mal-Video komponiert Stefan Wildfeuer, Freund und Münchner Filmkomponist die immer sensibel aufs Video abgestimmte Musik. Die Probier-doch-mal-Kolumne hat sogar noch mehr Folgen. Anfangs habe ich aber noch keine Videos zum Text gedreht. Doch irgendwann wollte ich einen etwas komplizierten Handgriff beschreiben – in meinem Rezept für eine Babka, einen pikanten Zopfkuchen mit Spinatfüllung. Mit Bildern schien mir die Beschreibung leichter als mit Worten. Ich dachte an die Sendung mit der Maus, an mit Stop-Motion-Technik animierten Knetfiguren aus der Sesamstraße. Dann spielte ich mit einer primitiven Stop-Motion-App auf dem Handy herum, um den Handgriff in einem einfachen Video zu zeigen. Das hat gleich erstaunlich gut geklappt und sehr viel Spaß gemacht! Ich habe mich also eingearbeitet und angefangen in meinem Fotostudio professionelle Stop-Motion-Videos für die Kolumne zu produzieren. Fast immer mit dabei sind Fotografin Ewelina Bialoszewska, Foodstylist Nils Lichtenberg und natürlich Komponist Stefan Wildfeuer.Stop-Motion bedeutet: Ein Video wird aus einzeln fotografierten Bildern zusammengebaut. Die Magie der Technik liegt in den Momenten zwischen den Belichtungen, wenn ich zum Beispiel den Kochlöffel bewegen kann, ohne dass man meine Hand später im Video sieht. Andersherum kann ich lange Prozesse stark verkürzen und so zum Beispiel Linsen beim Keimen zusehen. Kurz: die Möglichkeiten sind unerschöpflich und mit jedem neuen Film kommen uns neue Ideen. Die Videotechnik passt perfekt zum Motto der Kolumne: Probier doch mal! Etwas vom Probier-doch-mal-Spirit kann praktisch jeden Bereich unseres Lebens beleben. Wie wir kochen und einkaufen spiegelt immer auch wie wir in der großen, komplizierten Welt außerhalb der Küche leben. Zum nächsten Jubiläum schreibe ich dann vielleicht das Probier-doch-mal-Manifest auf (als Leitfaden für die Probier-doch-mal-Rebellion), bis dahin: Bleiben Sie neugierig!Dulce-de-Leche-EisparfaitVorbereitungszeit45Min.Kühlzeit4Std.SchwierigkeitanspruchsvollMengefüretwa 16 Scheiben (8 große oder 16 kleine Portionen)Zutaten300 g Dulce de leche aus Glas oder Dose, bzw. osteuropäische Karamell-Kondensmilch aus dem Supermarkt (beides enthält 165 g Zucker) – oder optional 1 Dose gezuckerte Kondensmilch siehe Kitchenhacks unten100 ml Milch1 Vanilleschote (optional)3 Eier (Größe M)2 Eigelbe (Größe M)450 g SahneAußerdem:30 g gefriergetrocknete Beeren125 g dunkle Schokolade400 g kleine, aromatische Erdbeeren3 EL gesalzene, geröstete Knabber-Erdnüsse8 oder 16 Eiswaffel-Schalen, gekauft oder siehe Tipp-Rezept untenZubereitung1.Milch in einem kleinen Topf mit der ausgekratzten Vanilleschote und dem Vanillemark vorsichtig aufkochen, ausschalten und ein paar Minuten ziehen lassen. Eier und Eigelbe in eine Metallschüssel schlagen, einen Topf aussuchen, auf den die Schüssel gut passt. Den Topf 3-4 cm hoch mit Wasser füllen und auf den Herd setzen, aufkochen lassen. Vanilleschote aus der Milch nehmen, Dulce de leche unter die Milch rühren, aufkochen, zu den Eiern geben, dabei rühren. Die Creme auf das Wasserbad setzen. Mit dem Handrührgerät (oder mit dem Schneebesen) etwa 5 Minuten lang dick und schaumig schlagen. Dann beginnt das Rührgerät deutliche Spuren in der Creme zu hinterlassen – falls Sie sich nicht ganz sicher sind, ob die Creme schon heiß genug geschlagen ist: Lieber eine Minute zu früh vom Wasserbad nehmen als eine Minute zu spät – das fertige Eis wird dann vielleicht einen Hauch weniger luftig, das macht aber nichts. Würde die Masse jedoch zu heiß, gerönne das Ei und flockte aus.2.Die Eiercreme vom Wasserbad nehmen und noch etwa 5 Minuten weiter schlagen, dabei kühlt die Masse etwas ab und wird noch schaumiger. Eine kleine Kastenform oder eine Plastikschachtel mit Wachspapier oder Folie auslegen. Die Sahne steif schlagen, zuerst ein Drittel der Sahnemenge unterrühren, dann den Rest unterheben. Dulce-de-Leche-Eisparfait-Masse in die Form geben, glatt streichen und mindestens 4 Stunden einfrieren.3.Schokolade grob hacken, in eine Metallschüssel geben und über dem Wasserbad schmelzen lassen. Getrocknete Beeren im Blender pulverisieren. Frische Beeren waschen und entkelchen, ein Drittel davon im Blender fein mixen, den Rest vierteln, dann beides mischen. Erdnüsse hacken.4.Zum Servieren etwas warmes Wasser außen über die Form laufen lassen, anschliessend mit Hilfe der Folie das Parfait aus der Form ziehen. Fingerdicke Scheiben abschneiden, in Waffelschälchen oder in kleinen Schalen mit den marinierten Beeren anrichten. Flüssige Schokolade mit einem Löffel über das Eis schlenkern, mit Erdnüssen und Beerenpulver bestreuen, servieren.Ein cremiger und kühler Traum: Dulce-de-Leche-Eisparfait. Foto: Hans GerlachTipp: Eiswaffeln und Glückskekse selber backen100 g Mehl, 2 EL Stärke, 75 g Puderzucker, 1 Prise Salz, 100 g zerlassene Butter, 2 Eiweiß und 3 EL Zitruslikör (zum Beispiel Limoncello oder DIY-Arancino) verrühren. Dünne, weiße Baumwollhandschuhe anziehen. Aus jeweils 1 TL Teig helle Hippen in einem Eis-Hörnchen-Backautomaten backen – den hat leider nicht jeder, aber die Anschaffung lohnt sich! Jeweils eine fertige Hippe sofort auf ein Glas oder eine Tasse mit ca. 8 cm Durchmesser legen, leicht andrücken, so dass sich eine Schale formt. Der Teig eignet sich übrigens auch bestens um daraus Glückskekse zu formen. Wer keinen Eis-Hörnchen-Backautomaten hat, kann auch mein neues Cannoli-Rezept verwenden und die heißen Hippen über einer Tasse statt um einen Besenstil formen.Drei Kniffe für das Parfait:Dulce de leche ist süße, goldbraun karamellisierte Kondensmilch. Es gibt sie fertig zu kaufen als südamerikanisches Produkt, aber auch als (sehr günstige) Karamell-Kondensmilch im Osteuropa-Regal vieler Supermärkte. Es lohnt sich nicht, Dulce de leche selber zu machen, der Geschmack ist selbst gemacht wirklich gleich wie gekauft. Aber es ist trotzdem ganz interessant, es einmal auszuprobieren: Erstaunlicherweise karamellisiert nämlich die Milch in der Dose bei 100 Grad. Dabei braucht es eigentlich viel höhere Temperaturen, um Zucker karamellisieren zu lassen. Für die DIY-Dulce-de-Leche also eine geschlossene Dose Kondensmilch in einem Topf mit Wasser und Deckel 3 Stunden ganz schwach kochen lassen. Um die Heiz-Energie besser zu nutzen, kann man auch gleich 2 Dosen kochen, geschlossen hält sich die fertige Dulce de leche fast unbegrenzt. Solange der Deckel auf dem Topf bleibt, köchelt das Wasser auch bei wirklich sehr niedriger Einstellung am Herd. Alternativ klappt es auch im Dampfdrucktopf und braucht dann nur etwa 55 min.Die Metallschüssel auf dem Wasserbad darf keinesfalls im Wasser hängen, der Schüsselboden muss deutlich über der Wasseroberfläche sein. Sonst wird der Schüsselinhalt zu schnell zu heiß. Das gilt übrigens für alle Wasserbäder.Eisparfait bleibt cremig, wenn entweder genug Zucker oder genug Alkohol in der Masse ist. Beides senkt nämlich den Gefrierpunkt. Dulce de leche ist sehr süß, hier braucht es eigentlich keinen Alkohol. Wer will, könnte aber etwas weniger Dulce de leche verwenden und stattdessen zum Beispiel einen Schuss Rum oder Kaffeelikör mit ins Parfait geben.