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Kinder sollten hauptsächlich eins dürfen: einfach Kinder sein. Und trotzdem rutschen sie in Familien immer wieder in Rollen, für die eigentlich Erwachsene die Verantwortung tragen sollten. »Parentifizierung ist eigentlich eine Rollenumkehr zwischen Eltern und Kind innerhalb einer Familie«, sagt die Journalistin, Autorin und Psychologin Jana Hauschild im SPIEGEL-Podcast »Smarter leben«.»In der Regel tritt Parentifizierung ein, wenn Eltern mit ihrer Elternrolle überfordert sind oder auch mit dem Alltag. Dann versuchen die Kinder, das ganze Familienleben am Laufen zu halten.«
Jana Hauschild, Autorin von »Das ewig hilfreiche Kind. Wenn Kinder die Elternrolle übernehmen und wie sie sich als Erwachsene von der Last befreien«
Bestimmte Konstellationen fördern, dass Kinder zu viel Verantwortung übernehmen: Etwa eine Trennung der Eltern oder wenn ein Elternteil oder Geschwisterkind dauerhaft erkrankt – so etwas kann das Familienleben aus dem Gleichgewicht bringen. Kinder übernehmen dann plötzlich den Haushalt, versorgen die Schwester oder stützen den Vater emotional.Natürlich ist es schön, wenn Kinder lernen, selbstständig zu sein oder empathisches Verhalten zu zeigen, aber die Erwartungen daran sollten altersgemäß sein.»Wenn Kinder stark parentifiziert werden, heißt das, dass sie eigentlich keine Kindheit haben. Denn statt Spielen und Freundetreffen sind sie ja in der Regel damit beschäftigt, die Familie zu wuppen«, sagt Hauschild.











