PfadnavigationHomePolitikAuslandGespräche in ParisDeutschland und Frankreich planen engere Kooperation bei atomarer AbschreckungStand: 12:38 UhrLesedauer: 2 MinutenSicherheitsexperte Moritz Brake fordert, „dass wir in Europa eigenständig in der Lage sind, nukleare Abschreckung bereitzustellen“. Der Fokus müsse auf Frankreich liegen. „Selbst Großbritannien ist technologisch sehr stark von den USA abhängig“, so Brake.Deutschland und Frankreich sprechen offenbar erstmals konkret über eine engere Zusammenarbeit bei der atomaren Abschreckung. Laut eines Medienberichts reiste der Sicherheitsberater von Kanzler Merz zu Beratungen nach Paris. Im Raum steht eine deutsche Beteiligung an französischen Nuklearübungen.Deutschland und Frankreich haben laut „Spiegel“-Informationen die geplanten Gespräche über eine engere Kooperation bei der atomaren Abschreckung aufgenommen. Der Sicherheitsberater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, sei am Mittwoch für eine erste Gesprächsrunde nach Paris gereist, berichtete der „Spiegel“ am Samstag. Auch andere europäische Staaten hätten an den dortigen Beratungen teilgenommen.Das nächste deutsch-französische Treffen ist dem Bericht zufolge noch vor der Sommerpause in Deutschland geplant. Merz hatte mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bereits im März eine sogenannte nukleare Lenkungsgruppe eingerichtet, die Details der Zusammenarbeit auslotet.Bei einer Rede zur atomaren Abschreckung auf dem Militärstützpunkt Île-Longue in der Bretagne hatte Macron Anfang März das Konzept der „vorwärtsgerichteten Abschreckung“ vorgestellt. Dazu könne auch eine „situationsbedingte Stationierung von Elementen der strategischen Kräfte“ gehören, hatte der französische Präsident angekündigt. Gemeint war wohl, dass mit Atomwaffen bestückte französische Kampfflugzeuge Militärstützpunkte in Partnerländern punktuell nutzen können.Deutschland könnte Einblick in Frankreichs Atomstandorte erhaltenDie deutsch-französische Lenkungsgruppe, die Macron und Merz im Frühjahr eingerichtet haben, plant laut „Spiegel“ zur Vorbereitung auf den Ernstfall gemeinsame Manöver. Die Bundeswehr darf demnach am konventionellen Teil französischer Nuklearübungen teilnehmen und erhält Einblick in Frankreichs Atomstandorte.Lesen Sie auchEine erste deutsche Beteiligung an einer der sogenannten „Poker“-Übungen sei noch für dieses Jahr geplant, vermutlich im September, heißt es in dem Bericht weiter. In Rede stehe zunächst eine Beobachterrolle Deutschlands. Im weiteren Verlauf könnte die Bundeswehr Unterstützung leisten, allerdings nur solche, die nicht direkt mit den Atomwaffen in Verbindung stehen, also etwa Begleitschutz durch Kampfflugzeuge oder Luftbetankung.Außer mit Deutschland will Frankreich auch mit Großbritannien, Polen, den Niederlanden, Belgien und Griechenland bei der nuklearen Abschreckung enger zusammenarbeiten.AFP/coh
Gespräche in Paris: Deutschland und Frankreich planen engere Kooperation bei atomarer Abschreckung - WELT
Deutschland und Frankreich sprechen offenbar erstmals konkret über eine engere Zusammenarbeit bei der atomaren Abschreckung. Laut eines Medienberichts reiste der Sicherheitsberater von Kanzler Merz zu Beratungen nach Paris. Im Raum steht eine deutsche Beteiligung an französischen Nuklearübungen.










