PfadnavigationHomeWissenschaftGesundheitsrisikoAn Sportplätzen und in Kindergärten – Eichenprozessionsspinner verbreiten schwere AllergienStand: 11:36 UhrLesedauer: 3 MinutenEin Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners hängt an den Ästen einer EicheQuelle: Pia Bayer/dpaMit den hohen Temperaturen kehren auch die Eichenprozessionsspinner zurück. Die Raupen haben sich vielerorts ausgebreitet. Das Umweltbundesamt warnt vor Kontakt. Was zu tun ist, wenn man sie entdeckt.Badefans haben sich über die Hitzetage gefreut, in Gärten legte das Grün zu – aber auch ein ungeliebtes Tier profitierte: der Eichenprozessionsspinner. Die Nachtfalter bevorzugen warm-trockene Bedingungen, wie es beim Umweltbundesamt (Uba) heißt. Am Waidsee in Baden-Württemberg wurde wegen Befalls ein Bereich gesperrt, vielerorts in Deutschland werden die Tiere längst wieder energisch bekämpft.In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg zum Beispiel wurde vom Hubschrauber aus bakterienbasiertes Insektizid über viele Hundert Hektar Fläche versprüht. In anderen Regionen wurden vorbeugend gezielt Eichen etwa in Kindergärten sowie auf Friedhöfen und an Sportplätzen besprüht. In Leipzig kommen in diesem Jahr Fadenwürmer als Gegenmittel in Grünanlagen zum Einsatz, andernorts werden die Nester von befallenen Bäumen gesaugt.Die winzigen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Häufig nimmt die Empfindlichkeit mit der Zahl einzelner Kontakte zu. Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen so weit wie möglich zu meiden.Lesen Sie auchBesonders tückisch: Die Haare brechen leicht ab und können durch den Wind verteilt werden. Sie bleiben zudem lange in der Umgebung erhalten – etwa in alten Nestern oder am Boden.Die Raupen leben vor allem auf Eichen und bewegen sich oft in langen Reihen fort, was zu ihrem Namen geführt hat. Befallen sind häufig einzelne Bäume an Straßen, in Parks, an Waldrändern oder auf Spiel- und Sportplätzen.Was tun, wenn man Raupen oder Gespinste entdeckt? Abstand halten, und zwar 10 bis 15 Meter, und weder Tiere noch Nester berühren. Das gilt auch für alte Gespinste.Auch im eigenen Garten: Nester keinesfalls selbst entfernen! Zuständig sind Fachfirmen oder die jeweiligen Kommunen.Befallene Bereiche möglichst meiden, Kinder und Hunde fernhalten, gerade für Hunde kann das Nesselgift der Raupen gefährlich sein.Lässt sich ein Aufenthalt in der Nähe befallener Bäume nicht vermeiden, kann lange Kleidung helfen, Hautkontakt zu reduzieren.Nach möglichem Kontakt: duschen, Haare waschen und getragene Kleidung separat reinigen.Wer anhaltende oder schwere Reaktions-Symptome hat, sollte eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.Spinnennetzartige, große Gespinste an Sträuchern und Bäumen wecken bei Menschen oft die Befürchtung, es mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun zu haben. Ursache sind aber meist Gespinstmotten, von denen keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Im Inneren der eingesponnenen Gehölzteile lassen sich weißliche, weitgehend haarlose Raupen mit schwarzen Flecken erkennen.Lesen Sie auchAnders als Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea), die fast ausschließlich Eichen befallen, nutzen die Motten viele Baum- und Straucharten. Die Nester der Prozessionsspinner sind zudem kompakter und hängen vor allem am Stamm oder in Astgabeln.Der Eichenprozessionsspinner stammt ursprünglich aus Südosteuropa. Noch vor wenigen Jahrzehnten kam er in Deutschland nur sehr selten vor. Inzwischen kommt es immer häufiger zu Massenvermehrungen der Nachtfalter. „Im Zuge wärmerer Frühjahrsmonate ist eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten“, heißt es beim Uba.dpa/ly
Gesundheitsrisiko: An Sportplätzen und in Kindergärten – Eichenprozessionsspinner verbreiten schwere Allergien - WELT
Mit den hohen Temperaturen kehren auch die Eichenprozessionsspinner zurück. Die Raupen haben sich vielerorts ausgebreitet. Das Umweltbundesamt warnt vor Kontakt. Was zu tun ist, wenn man sie entdeckt.









