Hendrik Wüst sagt: „Der Weg ins All führt über Nordrhein-Westfalen.“ Der Ministerpräsident steht mit den beiden Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer in der vor wenigen Monaten auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln eröffneten Luna-Halle. Wüst trägt einen hellen Sommeranzug, Gerst und Maurer blaue Raumfahrer-Overalls.Hinter den drei Männern tut sich eine außerirdische Kulisse auf. Hunderte Tonnen Basalt haben Spezialisten aus einem rheinischen Steinbruch ankarren lassen, um die Mondoberfläche nachzubilden. Auf Staubflächen, Felsbrocken, Hügeln und in Kratern kann die Geländegängigkeit von Landegeräten und Rovern realitätsnah getestet werden. Auch das Modell einer europäischen Mondstation gibt es auf dem 700 Quadratmeter großen Mondstückchen.Seit vielen Jahren werden im „European Astronaut Centre“ in Köln Raumfahrer für ihre Missionen ausgebildet. Im originalgetreu nachgebildeten Columbus-Modul üben sie wissenschaftliche Experimente. In einem zehn Meter tiefen Tauchbecken wird die Schwerelosigkeit trainiert. Hinzu kommen Extrem-Überlebenstrainings für den Fall einer ungeplanten Landung im Meer oder im Eis. Das nächste Level heißt „Mondoberflächenerkundung“ für zukünftige Artemis-Missionen. Wüst ist beeindruckt. „Genau hier trainieren die Astronauten Europas auf dem Weg zum Mond“, sagt er stolz.Die Frage nach Wüst sagt mehr über Merz aus als über WüstUnd Wüsts Weg? Wann führt er ihn nach ganz oben, ins Kanzleramt? Immer drängender begleitet ihn diese Frage. Sie sagt mehr aus über den Zustand von Schwarz-Rot als über (vermeintliche) Absichten Wüsts. Los ging es mit dieser Projektion nach einem Polenbesuch des Ministerpräsidenten vor einigen Tagen. Er wurde von manchen Beobachtern im dauererregten Berlin als Hinweis dafür gewertet, Wüst übe auf internationalem Parkett für den Sprung nach oben. Das war schon mit Blick auf das strikt regional- und gedenkpolitische Programm der länger geplanten Reise seltsam. Am Mittwoch im „European Astronaut Centre“ in Köln haben die fiebrigen Spekulationen im Raumschiff Berlin gerade den nächsten Höhepunkt erreicht. Einige Medien verbreiten, in Teilen der CDU kursierten Überlegungen, den im historischen Umfragetief steckenden Kanzler Friedrich Merz per konstruktivem Misstrauensvotum gegen den zwanzig Jahre jüngeren Wüst auszuwechseln. Belastbare Hinweise, dass dieses Szenario Wirklichkeit werden könnte, gibt es nicht.Von Wüst schon gar nicht. Er fokussiert sich auf die nordrhein-westfälische Landtagswahl Ende April kommenden Jahres. Mit Äußerungen, die auch nur im Ansatz als Kritik an Schwarz-Rot oder gar Kanzler Merz ausgelegt werden könnten, hält er sich seit einiger Zeit auffällig zurück.
Kanzlertausch-Gerüchte: Die Mission des Hendrik Wüst
In Berlin kochen die Gerüchte über, Wüst könnte ins Kanzleramt drängen. Aber der Ministerpräsident setzt sich lieber als cooler Landesvater in Szene.












