Anholt (dpa) - Lange passierte nichts, nun soll der vor der dänischen Insel Anholt liegende Kadaver des „Timmy“ genannten Buckelwals an Land gezogen werden. Ob das am Samstag oder erst am Sonntag passiert, war zunächst unklar. Die Untersuchung des Kadavers soll kommende Woche folgen. „Weil das Tier so lange in der Sonne gelegen hat, wird es stark stinken“, sagte der Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen, der in Dänemark seit 25 Jahren Wal-Obduktionen begleitet. „Das wird ziemlich überwältigend, wenn man es nicht gewohnt ist.“ Außerdem bestehe Ansteckungsgefahr, weshalb an solchen Aktionen möglichst wenige Menschen beteiligt seien.
Seit mehr als zwei Wochen treibt der Kadaver vor der Urlaubsinsel im flachen Wasser. Einmal hatten die Dänen versucht, den von Fäulnisgasen aufgeblähten Wal in tieferes Gewässer zu ziehen, um ihn dann in einen Hafen zu bringen. Der Versuch scheiterte, nun soll das Tier direkt am Strand untersucht werden. Es gehe vor allem darum, herauszufinden, woran es starb, sagte Madsen - „denn in der Diskussion ging es ja viel darum, ob der Wal gerettet werden konnte oder nicht“.
Wal-Forscher: Rettungsversuch war „reine Tierquälerei“
Der Forscher nimmt derzeit an, dass das Tier von vornherein keine Chance hatte. „Das war ganz offensichtlich ein krankes, entkräftetes Tier, das nicht gerettet werden konnte, und man hätte es einfach in Frieden lassen sollen.“ Stattdessen habe man ein Tier, das noch nie in Gefangenschaft gelebt habe, tagelang in einer Metallkiste eingesperrt über das Meer bugsiert. „Es wurde von den Wellen hin und her geschmissen, dem Lärm der Motoren ausgesetzt, um dann einfach ins Meer gekippt zu werden - das muss höllisch stressig und beängstigend für das Tier gewesen sein.“ Die Aktion sei „reine Tierquälerei“ gewesen.












