Am Freitagabend wird in Berlin die Lola verliehen. Der deutsche Film feiert sich selbst, seine Geschichte, seine großen Namen, seine Verdienste. Angesichts der generellen Ödnis in der deutschen Filmlandschaft (ein paar versprenkelte Highlights ausgenommen), mag sich mancher inzwischen nach der Legitimation solcher Preise und Lustbarkeiten fragen (und warum die deutsche Pflegebranche, die tatsächlich Übermenschliches leistet, nicht ebenso zelebriert wird), aber das ist eine andere Geschichte. Allein, dass die goldfarbene Lola-Statuette aussieht wie ein sich in wilden Stoffbahnen verheddernder Oscar, ist aussagekräftig genug über das Selbstverständnis einer Branche, die bei der Aufarbeitung ihrer dunklen Kapitel mal viel, mal gar keine Stringenz aufweist. Kommt eben darauf an, um wen es geht.
Ein Mann legt sich auf sie, schlägt und streichelt sie
An diesem Abend wird es auch um Wim Wenders gehen, der dem deutschen Film als Heiliger gilt – und der für sein Lebenswerk geehrt werden soll. Als einer der letzten großen Autorenfilmer Deutschlands, als internationale Ikone des deutschen Kinos. Doch über dieser Ehrung liegt ein Schatten. Und es zeugt von einer immer noch nicht greifenden Fehlerkultur in der Fläche, wie sehr sich die Filmbranche bemüht, diesen Schatten zu ignorieren.










