Am Freitag um null Uhr hat Helene Fischer einen neuen Song vorgestellt, der „Heute Nacht“ heißt und ein bisschen wie ein Echo auf ihren Superhit „Atemlos durch die Nacht“ wirkt. Fast so, als wollte sie das einst gelieferte Mittwipp-Lebensgefühl (und die Gelddruckmaschine) noch einmal ankurbeln, wobei fast ein melancholischer Zungenschlag enthalten ist, der das Ganze als vergeblichen Versuch erscheinen lässt.

Es geht darum, sich vom Gestern und von Träumen zu lösen, den Moment zu feiern, die Gefühle lauter (also die Gedanken leiser) zu drehen und auf diese Weise der Vergänglichkeit zu entkommen. „Heute Nacht wollen wir unsterblich sein“ – was für ein hübscher Satz, der ein bündiges Paradox von Zeitbegrenzung und Ewigkeit formuliert. Nicht so hübsch ist dieser Satz: „In dei'm Gesicht kann ich das alte Leuchten seh'n“ Aber er verleiht dem ganzen den besagten nostalgischen Rahmen.

Nackte höhere Töchter

Nun zur Bildsprache. Helene Fischer fährt mit einem Buick Wildcat-Cabrio vor, amerikanischer Sixties-Männertraum, darin rekelt sie sich in ihrem roten Lackkleid, steigt aus und besucht – was für ein Glück sie mit dem Parkplatz hatte – die Hamburger Kunsthalle und darin die Ausstellung: „Making History – Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts“. Makart hat auch den Fünf-mal-Zehn-Meter-Historienschinken „Einzug Karls V. in Antwerpen“ (1878) geliefert, an dem Helene Fischer und ihre Mitstreiter immer wieder vorbeitanzen.