Der abgetrennte Schädel eines Luchses ist in einer Plastiktüte an einer Waldeinfahrt bei Hessisch-Lichtenau im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen gefunden worden. Wie der BUND jetzt mitteilte, wurde der „grausige Fund“ schon Ende April gemacht. Wie der Luchs ums Leben gekommen sei und vor allem, wo sich der Rest des Körpers der Raubkatze befinde, sei bisher noch unklar, so die Naturschutzorganisation.Fachleute wie der ehrenamtliche Luchsbeauftragte Stephan Boschen hoffen, dass die polizeilichen Ermittlungen und forensischen Untersuchungen mehr Aufschluss über den Tod des Tieres geben können und auch darüber, wie der Luchsschädel abgetrennt wurde und in die Plastiktüte gelangte. Boschen, Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins Hessen, war die erste Anlaufstelle für die Finder des Schädels. Er übergab den Kopf dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, das in Hessen für das Luchs-Monitoring zuständig ist. Das Amt hat seinerseits eine Genanalyse beim Senckenberg-Zentrum für Waldtiergenetik in Gelnhausen in Auftrag gegeben. Inzwischen ist der Schädel beim Institut für Tierpathologie der Freien Universität Berlin, um ihn weiter forensisch zu untersuchen.Das Ergebnis der Genanalyse hat gezeigt, so der BUND, dass der tote Luchs männlich und nah verwandt mit einem bekannten Luchs aus dem Harz ist. Dies lässt nach Angaben der Naturschutzorganisation darauf schließen, dass es sich um den Kopf eines wild lebenden Luchses handelt. Das sei insofern ein schockierendes Ergebnis, als jeder tote Luchs in freier Wildbahn einen erheblichen Verlust darstelle, teilte Josephin Bruhn mit, Naturschutzreferentin beim BUND und Koordinatorin des Arbeitskreises Hessenluchs. Wild lebende Luchse seien in Deutschland vom Aussterben bedroht. In Hessen leben nach Angaben des Arbeitskreises derzeit rund 100 Tiere, vor allem in Nordhessen.
Nordhessen: Abgetrennter Luchsschädel in Plastiktüte entdeckt
An einer Waldeinfahrt bei Hessisch-Lichtenau wird ein abgetrennter Luchsschädel entdeckt. Untersuchungen zeigen, dass es sich um ein wild lebendes Tier gehandelt haben muss. Wo sich der Rest der Raubkatze befindet, ist offen.







