Die Täter kommen im Morgengrauen: In Brandenburg wurden schon mehr als 200 Rinder gestohlenDie Polizei in dem deutschen Bundesland Brandenburg vermutet, dass osteuropäische, professionell organisierte Banden die Tiere aus Ställen und von den Weiden holen. Betroffene Bauern bangen um ihre Existenz.29.05.2026, 12.05 Uhr3 LeseminutenIn Brandenburg geht die Angst vor weiteren Viehdiebstählen um (Symbolbild).ImagoIm März waren es 63 junge Mastrinder, ein paar Wochen später 69 Kälber, und vor kurzem wurden von einer Weide in der Nähe zur polnischen Grenze 48 Kühe gestohlen: Inzwischen sind im deutschen Bundesland Brandenburg innerhalb von sieben Wochen mehr als 230 Rinder aus Ställen und von Weiden entwendet worden. Der Schaden liegt bei mehr als 377 000 Euro. Für viele der betroffenen Landwirte steht die Existenz auf dem Spiel.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Über die Täter dieser organisierten Viehdiebstähle ist bislang wenig bekannt. Ein Zeuge hatte lediglich einen Viehtransporter mit polnischem Kennzeichen beobachtet.Möglicherweise habe sich eine Tätergruppe in Osteuropa oder sogar auch ausserhalb der EU darauf spezialisiert, diese Taten zu begehen, sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann, als er vor ein paar Tagen einen betroffenen Hof besuchte. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, um die Diebstahlserie aufzuklären. An den Grenzübergängen und auf den Strassen Brandenburgs sollen Viehtransporte vermehrt kontrolliert werden.Der Landesbauernverband in Brandenburg vermutet «eine organisierte Gruppe von Tätern mit genauen Kenntnissen zur Verladung von Tieren». Verbandspräsident Henrik Wendorff geht davon aus, dass die Tiere ausgespäht worden seien, möglicherweise auch mit Drohnen. Finanziell sei das natürlich für die Landwirte ein Desaster, sagte er. In den Beständen stecke aber auch in grosser züchterischer Aufwand, der sich «gar nicht monetär beziffern» lasse.«Die Diebe gehen absolut kaltblütig und erschreckend professionell zugleich vor», betonte Lars Schmidt, ebenfalls vom Landesbauernverband und selbst Rinderzüchter. Alle Rinder sind mit einer Ohrmarke gekennzeichnet und damit registriert. Innerhalb der EU könnten sie also nur illegal geschlachtet werden.Die Diebe kommen über SchleichwegeSchon zwischen 2015 und 2017 hatte es eine ähnliche Serie solcher Viehdiebstähle in Brandenburg gegeben. Damals fasste die polnische Polizei die Bande in Polen.Das Muster der Diebe ist immer ähnlich. Sie kommen nachts oder im Morgengrauen mit einem oder mehreren Lkw über Schleichwege oder wenige befahrene Strassen. Manche Weiden und Höfe liegen einsam, weiter entfernt von Dörfern. Auch die Stallanlagen von Agrarbetrieben befinden sich oft am Rand von Ortschaften.Der erste Diebstahl dieser Serie ereignete sich Ende März im brandenburgischen Zixdorf, südlich von Potsdam. Junge Masttiere, die zwischen sechs und neun Monate alt waren, wurden dort entwendet. Der Schaden lag bei etwa 83 000 Euro.Knapp einen Monat später brachen die Diebe das Tor einer Agrargenossenschaft in Gräfendort in Süd-Brandenburg auf. 69 Kühe einer vom Aussterben bedrohten Rasse, den Deutschen Schwarzbunten Niederungsrindern, wurden gestohlen. Rund 50 000 Euro Schaden entstand.Diebe gehen hochprofessionell vor«Das ist unsere Existenz, uns fehlt ein ganzer Jahrgang Kühe für unsere Produktion», sagte Eckhard Tzschoppe von der Agrargenossenschaft der «Bild»-Zeitung. «Die Täter wussten sehr genau, was sie suchen und wo sie es finden.»In Raddusch im östlichen Brandenburg nahe der polnischen Grenz kam ein paar Wochen später ein Bauer auf seine Weide, um seine Rinder impfen zu lassen. Es fehlten 48 Tiere. Der Schaden beläuft sich auf etwa 75 000 Euro. Die Viehdiebe waren mit einem Lkw bis an die Koppel gefahren. «Das müssen schon Profis gewesen sein», sagte der Bauer laut «Bild». «Da will sich jemand in Osteuropa eine neue Herde aufbauen»Die Landwirte bitten jetzt in den sozialen Netzwerken die Menschen in Brandenburg darum, wachsam zu sein und so bei der Aufklärung der Viehdiebstähle zu helfen. Die Polizei empfiehlt den Landwirten, ihre Ställe technisch mit Kamera und Lichtinstallationen nachzurüsten.Passend zum Artikel
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Die Polizei in Brandenburg vermutet, dass osteuropäische, professionell organisierte Banden die Tiere aus Ställen und von den Weiden holen.













