Die Blockade der Strasse von Hormuz setzt Iran wirtschaftlich unter Druck. Doch das Land ist geografisch nicht isoliert: Drei Korridore zeigen, wie Iran seinen Handel neu organisiert.29.05.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenDie Strasse von Hormuz zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die schmale Meerenge zwischen Persischem Golf und Arabischem Meer läuft ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels. Seit Wochen ist die Passage jedoch weitgehend blockiert.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Für Iran hat das schwere wirtschaftliche Folgen: Ölexporte gehen deutlich zurück, viele Importgüter erreichen das Land nur noch eingeschränkt. Täglich entgehen dem Staat Einnahmen in Millionenhöhe. Rund 90 Prozent des iranischen Handels liefen bislang über die Strasse von Hormuz.Doch Iran ist geografisch nicht abgeschnitten: Das Land grenzt an sieben Staaten und hat im Norden Zugang zum Kaspischen Meer. Drei Korridore zeigen, wie Iran neue Ausweichrouten schafft, um die amerikanische Seeblockade zu umgehen.Der westliche Korridor über die Türkei und den IrakDer erste Ausweg führt nach Westen. Über den Irak und die Türkei erreicht Iran die Handelsrouten Richtung Europa und Mittelmeer. Seit der Blockade gewinnen diese Verbindungen an Bedeutung.Ob der Verkehr seit der Blockade Mitte April zugenommen hat, lässt sich derzeit mit öffentlich zugänglichen Informationen nicht unabhängig überprüfen. Mehrere amerikanische Anbieter veröffentlichen momentan keine hochauflösenden Satellitenbilder der Region. Die öffentlichen Aufnahmen reichen nicht aus, um einzelne Fahrzeuge zu erkennen.Die Nordroute über das Kaspische MeerDer zweite Korridor führt nach Norden – über das Kaspische Meer. Der Binnensee verbindet Iran direkt mit Russland. Seit Jahren werden über diese Route Waren und militärische Güter transportiert. Wegen der Blockade leitet Iran nun gezielt den Handel über diesen Weg um.Schiffstrackingdaten deuten nun wieder auf Verkehr an iranischen Häfen hin. Viele Frachtschiffe lassen sich jedoch schwer verfolgen, weil sie ihre Ortungssysteme regelmässig ausschalten.Die Ostverbindungen von Pakistan bis nach ChinaWährend die Seewege im Süden blockiert bleiben, orientiert sich Iran zunehmend Richtung Osten. Neue Land- und Bahnverbindungen von Pakistan bis nach China sollen den Handel trotz der Blockade aufrechterhalten. China ist Irans wichtigster Handelspartner und grösster Abnehmer iranischen Öls.Die neuen Verbindungen zeigen, wie Iran seinen Handel neu organisiert. Doch ein Güterzug mit 50 Containern ersetzt kein Frachtschiff. Die Kapazitäten der Ausweichrouten bleiben begrenzt.Die Grenzen der AusweichroutenDie drei Korridore zeigen nur einen Teil der iranischen Ausweichstrategien. Daneben bestehen weitere offizielle und informelle Wege, um die Seeblockade zu umgehen: regionale Landrouten, Schmuggelnetzwerke an den Grenzen oder Transporte über kleinere Seewege.Diese Alternativen halten einen Teil des Handels aufrecht. Doch viele Verbindungen haben geringere Kapazitäten, verursachen höhere Transportkosten oder sind politisch anfällig.Eines zeigen die drei Korridore klar: Iran ist trotz der amerikanischen Seeblockade nicht isoliert. Die Folgen lassen sich teilweise abfedern. Ersetzen können diese Verbindungen die Strasse von Hormuz derzeit aber nicht.Passend zum Artikel
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Die Blockade der Strasse von Hormuz setzt Iran wirtschaftlich unter Druck. Drei Korridore zeigen, wie Iran seinen Handel neu organisiert.








