Ausstellung über Rembrandt als Marke: Eine Art kühner Andy-Warhol-Vorgriff

Geschickt mischte Rembrandt ab 1630 als Künstler-Unternehmer am gerade aufsteigenden Kunstmarkt mit. Das zeigt eine Ausstellung in der Heritage Kassel.

Sein eigenes Porträt verkaufte sich gut: Rembrandt Harmenszoon van Rijn: Selbstbildnis mit verschatteten Augen, um 1628

Udo Reuschling/Hessen Kassel Heritage (links), Rijksmuseum Amsterdam/Public Domain (rechts)

Der niederländische Künstlerstar des 17. Jahrhunderts hinterließ 80 Selbstportraits, das früheste wird „Selbstbildnis mit verschatteten Augen“ genannt. Und sie sind tatsächlich ordentlich verschattet, diese Augen des jungen Rembrandt: Durch die obere Hälfte des Gesichts, dessen Dunkelheit von seinen wilden, bis in den Nacken wuchernden Locken zu stammen scheint, sind sie gerade eben noch zu erkennen, neugierig, fast verwundert scheinen sie den Betrachter unter hochgezogenen Brauen zu mustern. Nur die Nase ragt prominent und ein wenig adoleszent glänzend aus dem Schattenfeld hervor.