Es ist Januar 2026, kurz nach Mitternacht. Jemand zündet eine Kabelbrücke im Berliner Südwesten an. Innerhalb von Stunden sind Zehntausende Haushalte ohne Strom. Insgesamt sind rund 100.000 Menschen betroffen. Supermärkte öffnen nur dank Notstromaggregaten. Handynetze fallen aus und kommen erst nach und nach zurück. Die Bundeswehr stellt 18.000 Liter Diesel bereit, damit Notstromaggregate weiterlaufen können – vor allem in Pflegeeinrichtungen. Der Senat ruft eine Großschadenslage aus.

Fünf Tage dauert es, bis die Stromversorgung wieder anläuft. Wäre Berlin vorbereitet, wenn es wieder passiert?

In Friedrichshain-Kreuzberg musste Bezirksstadtrat Andy Hehmke (SPD) darauf jetzt in der Bezirksverordnetenversammlung antworten. Er wich nicht aus. „Natürlich sind wir nicht für jede Einsatzlage vorbereitet“, sagte Hehmke.

„Das ist natürlich nicht hinnehmbar“

Denn der Katastrophenschutz eines ganzen Berliner Bezirks sei bislang äußerst dünn aufgestellt. Hehmke sprach von einem Arbeitsbereich, der gerade mit einer Person besetzt wäre. Der Katastrophenschutzbeauftragte kümmere sich zudem nur mit einem Zehntel seiner Arbeitszeit um das Thema, der Rest gehe an andere Aufgaben. Der Stellvertreter arbeitet als Hauptsachbearbeiter für Katastrophen- und Zivilschutz in Vollzeit. „Das ist natürlich nicht hinnehmbar“, so Hehmke.