In deutschen Innenstädten schließen immer mehr kleinere, inhabergeführte Geschäfte. Das geht aus einer Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und des Handelsblatt Research Institutes (HRI) hervor. Demnach zählt der Einzelhandel zu den am stärksten schrumpfenden Wirtschaftsbereichen in Deutschland. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe sei zwischen 2010 und 2025 um rund 16 Prozent auf 316.310 gesunken. Demnach beschleunigen Konzentrationsprozesse und Geschäftsaufgaben insbesondere im stationären Handel den Strukturwandel.»Während Onlineplattformen, Discounter und große Filialisten Marktanteile gewinnen, geraten viele kleine und mittelständische Händler wirtschaftlich an ihre Grenzen«, sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch. Besonders in Innenstädten zeige sich dies. »Fachgeschäfte verschwinden, Leerstände nehmen zu und die Vielfalt des stationären Handels geht verloren.« Das klassische Warenhausmodell habe vielerorts keine Zukunft mehr. »Der deutsche Einzelhandel steckt mitten in einem historischen Strukturbruch.«
Die Zahl der kleinen Einzelhandelsgeschäfte mit einem Jahresumsatz von unter 250.000 Euro ist der Studie zufolge zwischen 2010 und 2025 um 28 Prozent von rund 236.100 auf etwa 170.800 gesunken. Im gleichen Zeitraum habe sich hingegen die Zahl der großen Einzelhandelsunternehmen mit Umsätzen von über 25 Millionen Euro verdoppelt.Insolvenzen steigenEin wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage einer Branche sei die Entwicklung der Insolvenzen, erklärte Creditreform. Im Handel zeige sich seit einigen Jahren verstärkt das Phänomen, dass zunehmend größere und prominente Unternehmen betroffen sein – »darunter Galeria Karstadt Kaufhof, die Hammer Fachmärkte, Esprit, Gerry Weber sowie der Schuhhändler Görtz und jüngst der Deko-Händler Depot«, hieß es. »Diese Fälle bilden jedoch nur die Spitze des Eisbergs – der Rückzug geschieht größtenteils still.«







