Als die Betreiber der Markthalle Neun die neue Coca-Cola-Werbung sahen, dürften sie sich kurz die Augen gerieben und gedacht haben: Das darf doch nicht wahr sein! Auf zahlreichen Plakaten, Bannern und Litfaßsäulen warb der US-Konzern in ganz Berlin mit Bildern und seinem Markenlogo, und nannte dabei die Kreuzberger Markthalle ausdrücklich – jedoch ohne die Betreiber zuvor um Erlaubnis zu fragen.

Betreiber: „Fakt ist: Niemand hat uns gefragt“

In einem Instagram-Post üben die Berliner Markthallenbetreiber nun harsche Kritik an der Vorgehensweise des Unternehmens. „Fakt ist: Niemand hat uns gefragt. Niemand hat uns bezahlt“, heißt es darin. Direkt nach Kampagnenstart habe die Markthalle zahlreiche Anfragen von Berlinerinnen und Berlinern erhalten, wie es zu der Aktion kommen konnte und wie viel Coca-Cola dafür wohl gezahlt habe.

Wie die Betreiber betonen, sei man nicht über das Vorhaben informiert und schon gar nicht um Zustimmung gebeten worden. „Auf eine Anfrage hätten wir freundlich, aber bestimmt gesagt: Nein, danke.“ Es gehe ihnen dabei nicht grundsätzlich darum, ob Menschen die Getränke der Marke in der Halle kaufen oder verkaufen. „Wenn sich aber ein globaler Großkonzern ungefragt an lokal gewachsenen Strukturen bereichern will, dann sagen wir: ‚Nein, danke‘“, heißt es weiter im Post.