Vieles ist für die Amerikaner zuletzt teurer geworden wegen der Zollpolitik ihres Präsidenten und wegen des Krieges, den er gegen Iran führen lässt. Vor allem Benzin, aber auch Eier und überhaupt viele Lebensmittel, dazu Medikamente – was man eben zum täglichen Leben braucht. Haushaltshilfen sind überdies auch nicht mehr so einfach zu finden, seit Trumps Häschertrupps Jagd auf Immigranten machen.Wie gut, wenn dann zumindest die Urlaubsreise zum Schnäppchenpreis zu bekommen ist. So dachte offenkundig eine ganze Reihe ferienfreudiger Amerikanerinnen und Amerikaner, als sie unlängst eine Kreuzfahrt bei der Reederei Carnival Cruise Line gebucht haben – für ausnehmend kleines Geld. Aber auch diese Menschen müssten eigentlich längst gelernt haben, dass in ihrem Land etwas nicht deshalb heute noch gelten muss, bloß weil es gestern gegolten hat. Falls nicht, dann haben sie diese Erfahrung jetzt gemacht.Pauschalreisen:Sinken die Preise für Urlaube in letzter Minute?Etwa die Hälfte der Urlaubswilligen hat bisher noch nicht gebucht. Welche Last-Minute-Reisen im Sommer günstiger werden könnten – und welche Destinationen gerade besonders beliebt sind.Die Carnival Cruise Line hat die Buchungen storniert und das bisschen Geld, das die vermeintlichen Kunden bezahlt hatten, zurückerstattet. Dazu als Entschuldigung einen Hundert-Dollar-Gutschein mitgeschickt für ein Bordguthaben, den die verhinderten Passagiere einlösen können, wenn sie demnächst, wer’s glaubt, mal wieder bei Carnival buchen sollten – zu den üblichen, also deutlich höheren Preisen. Sie wissen ja, liebe Kundinnen und Kunden, die exorbitant gestiegenen Treibstoffkosten, die Lebensmittelpreise …Aber warum sind die Kreuzfahrt-Kabinen überhaupt auf dem Ramschtisch des Reederei-eigenen Buchungsportals gelandet? Carnival gibt an, dass auf der Website des Unternehmens kürzlich umfangreiche Wartungsarbeiten ausgeführt worden seien. In dieser Zeit habe das Buchungssystem willkürliche Preise angegeben. Konkrete Beträge nennt die Reederei nicht, sie hätten jedoch ganz erheblich unter jedem wirtschaftlich noch irgendwie vertretbaren Niveau gelegen. Vielleicht wird man sich in Zukunft darauf einstellen müssen als Kunde, nicht nur in den USA. Dass es immer häufiger heißen wird: Zählt nicht, wir können aber nichts dafür. Die KI ist schuld.Stefan Fischer bleibt im Urlaub weitgehend an Land. Bernd Schifferdecker (Illustration)