In Brandenburg steigt die Zahl rechtsextremer Angriffe. Und mit ihr das Gefühl der Bedrohung unter Menschen mit Migrationshintergrund.

Ein Freund von Felicia*, er kommt aus Indien, wurde in Rüdersdorf südöstlich von Berlin auf der Straße attackiert. Die Angreifer warfen mit Feuerwerkskörpern nach ihm. Seine Jacke fing Feuer. Der Freund von Felicia zeigte die Angreifer nicht an. Er wollte ihnen keine Probleme machen. Sie waren noch sehr jung.

Als Felicia, die aus dem östlichen Afrika stammt, ins nahegelegene Erkner zieht, ist der Vorfall vom letzten Herbst wieder präsent. „Es kommt mir vor wie eine Vorahnung, die immer näher rückt“, sagt sie. „Früher habe ich nie darüber nachgedacht, dass mir sowas auch passieren kann. Jetzt aber ist da diese Angst.“

Bei Attacken wie der in Rüdersdorf gehe es meist nicht um konkrete Personen, sagt Hannes Püschel vom Verein Opferperspektive. „Viele wichtiger ist es, allen Migranten die Botschaft auf den Weg zu geben: Ihr seid bedroht, ihr habt kein Recht, hier zu sein.“ Die andere Botschaft richtet sich an die Gruppe, zu der der Täter gehört. Sie laute: Wir erreichen unsere Ziele. „Im Ende ängstigen sich nicht nur die Angegriffenen, sondern auch diejenigen, die ihnen nahestehen“, sagt Püschel, dessen Verein die Statistiken zu rechtsextremer Gewalt in Brandenburg auswertet.