Zum Jahresbeginn sind in Deutschland die Löhne und Gehälter erneut schneller gestiegen als die Verbraucherpreise. Daraus ergibt sich im ersten Quartal 2026 eine Steigerung der Reallöhne um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Die Bruttomonatslöhne einschließlich Sonderzahlungen wuchsen von Januar bis März um durchschnittlich 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wird der Anstieg der Verbraucherpreise von rund 2,2 Prozent abgezogen, bleibt davon ein Reallohnzuwachs von etwa 1,8 Prozent übrig. Im Vorquartal fiel er mit 1,9 Prozent ähnlich hoch aus.Zuletzt war im ersten Quartal 2023 ein Reallohnverlust registriert worden. 2022 hatte es wegen der hohen Inflation infolge des russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine einen starken Einbruch der Reallöhne gegeben. Seit rund drei Jahren aber gibt es nun einen Aufwärtstrend bei der Kaufkraft.
Privater Konsum könnte die Konjunktur stabilisieren»Doch das Bild könnte sich schon bald wenden«, warnte der Entgeltexperte aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Malte Lübker. »Falls die Inflation im Zuge des Irankriegs das Lohnwachstum überholt, sinkt die Kaufkraft der Beschäftigten wieder.«Reale Lohnzuwächse könnten die Konjunktur stabilisieren. Da die Exporte wegen der zunehmenden Konkurrenz durch China und hohe US-Zölle unter Druck stehen, wären Impulse durch den privaten Konsum umso wichtiger. »Voraussetzung dafür ist wiederum eine positive Kaufkraftentwicklung«, sagte WSI-Experte Lübker.












