Der US-Konzern Amazon finanziert weltweit Projekte zum Wasserschutz. Zwei dieser Vorhaben sollen der Rhein-Main-Region zugutekommen: In Frankfurt bietet das Unternehmen an, Immobilienbesitzern den Einbau einer neuen Technologie zu bezahlen, um Lecks in Wasserleitungen schnell erkennen und beheben zu können. Den Main stromaufwärts, im Naturpark Spessartwald in Bayern, finanzieren die Amerikaner die Renaturierung von Feuchtgebieten, um neue Lebensräume zu schaffen und die Grundwasseranreicherung zu fördern.Millionen Liter Trinkwasser sollen auf diese Weise im Kreislauf gehalten oder zurückgeführt werden, rechnet der Techriese in seiner Ankündigung vor. Beide Projekte leisteten einen Beitrag zum eigenen Ziel, in vier Jahren mehr Wasser an die Gemeinden zurückzuführen, als im eigenen Betrieb verbraucht wird, heißt es.Mit dem eigenen Betrieb sind in der Rhein-Main-Region vor allem die Rechenzentren gemeint, in denen die Technologie für die Cloud-Tochter AWS, die Streamingplattform und natürlich den Onlinehandel steht. Die Kühlung der Datacenter ist wasserintensiv. Gerade hat Amazon seine Baupläne für ein AWS-Rechenzentrum in Maintal vorgestellt und auch dort sein Wasserengagement hervorgehoben; der Neubau solle vergleichsweise sparsam betrieben werden.Start-up aus Belgien sucht Gebäude ausSparpotential gibt es aber in vielen Immobilien, Amazon will es mithilfe des belgischen Start-ups Shayp heben. Dieses bietet digitale Messgeräte und eine Überwachungssoftware an, um Wasserverluste durch Leckagen schnell erkennen zu können. Bis zu sechs Prozent des Trinkwassers gehen in Deutschland über kaputte Leitungen verloren, schätzt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Amazon und Shayp versprechen, diese Verluste durch Früherkennung von Schäden zu begrenzen.In 500 Frankfurter Gebäuden sollen die Shayp-Sensoren bis 2028 installiert werden. Eine sechsstellige Summe stellt der US-Konzern nach eigenen Angaben für ihren Einbau und den Betrieb der Plattform zur Verfügung. Die Technologie werde der Stadt helfen, die Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter zu reduzieren, wird der Geschäftsführer von Shayp, Gregoire de Hemptinne, in der Amazon-Mitteilung zitiert. Aktuell ist aber noch kein einziges Gebäude ausgesucht, die Mehrheit der Immobilienbesitzer dürfte noch nichts von dieser Offerte gehört haben.Die Belgier stünden noch am Anfang, heißt es von Amazon, hätten aber schon Kontakte zu Gebäudedienstleistern geknüpft. Über diese werde man die Eigentümer informieren, geeignete Gebäude ausmachen und die Technologie installieren. Bevorzugt würden Immobilien mit öffentlichem Nutzen wie Schulen, Verwaltungen oder Bürgerhäuser.Die Installation der Messgeräte erfordere wenig Aufwand, führt Amazon weiter aus. Liefern sie auffällige Daten, würden die Hausverwalter sofort informiert. Eine Garantie, dass diese dann auch schnell eine Reparatur beauftragen, ist das nicht. Dafür bleiben die Eigentümer selbst verantwortlich. Deshalb sind Amazons Einsparzahlen eine hoffnungsvolle Schätzung. Nach Angaben des Unternehmens wird mit der Technologie der Belgier der Wasserverbrauch von Gebäuden durchschnittlich um bis zu 20 Prozent reduziert.
Amazon hilft Frankfurt beim Wassersparen
Amazon bezahlt Hauseigentümern den Einbau einer neuen Technologie zur Früherkennung von Leitungsschäden. Der US-Konzern will damit Wasserverschwendung reduzieren – und den eigenen Verbrauch ausgleichen.








