Es kann so schnell gehen: Eine belebte Straße, ein kurzer Rempler – und weg ist das iPhone, auf das man eben noch wegen einer Nachricht geschaut hat. Bis der Schock einigermaßen verdaut ist, ist der Dieb bereits weg. Was in diesem Moment besonders blöd ist: Erstens hat man, wenn man allein unterwegs ist, kein Telefon, mit dem man das Handy schnell aus der Ferne sperren könnte. Zweitens, und viel schlimmer, der Dieb kann mit dem Smartphone einiges anstellen, er hat es ja entsperrt in die Hände bekommen.Für Android-Nutzer hat der Hersteller des Betriebssystems, Google, bereits eine Funktion eingebaut, die das Gerät sperrt, wenn das System einen Diebstahl bei entsperrtem Bildschirm erkennt. Jetzt zieht offenbar auch Apple nach. Wie das Portal 9to5mac berichtet, arbeitet Apple an einer vergleichbaren Funktion.Dabei werden dem Softwarecode zufolge, der 9to5mac vorliegt, verschiedene Faktoren berücksichtigt, um einen möglichen Diebstahl zu erkennen. Zum einen natürlich die Bewegungssensoren, zum anderen bestehende Verbindungen zu Geräten, die via Bluetooth gekoppelt sind, etwa eine Smartwatch. Befindet sich das Handy im häuslichen Wlan, wird es nicht gesperrt – dann war es vielleicht eher ein Kind oder Partner, die sich das Smartphone gegriffen haben.Und wenn das Sicherungssystem einmal zuschlägt, obwohl niemand das Handy geklaut hat, ist es nicht weiter schlimm. Es muss dann bloß wieder entsperrt werden. Bei den neueren iPhones geht das mithilfe der Gesichtserkennung schnell und bequem.Diebe versuchen manchmal, die Bestohlenen zu erpressenZiemlich unangenehm kann es dagegen werden, wenn die Diebe die Daten auf dem Handy nutzen, um die Eigentümer zu erpressen. Oft geht es ihnen dabei darum, die Verknüpfung der Apple-ID mit dem Handy aufzuheben. Mit der Apple-ID melden sich iPhone-Nutzer bei Apple an, für größere Änderungen muss man das dafür selbst vergebene Passwort eingeben.Falls die Verbindung gelöst wird, können die Diebe das iPhone zurücksetzen und auf dem Schwarzmarkt als gebraucht verkaufen. Falls nicht, werden die Geräte zerlegt und die Einzelteile wie etwa der Bildschirm oder der Akku als Ersatzteile verkauft – was weniger lukrativ ist. Manche Diebe üben daher großen Druck auf die Bestohlenen aus, teilweise mit Todesdrohungen.In Deutschland werden pro Jahr etwa 20 Millionen Smartphones verkauft, 125 000 werden der Polizei als gestohlen gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen, da nicht jeder Diebstahl angezeigt wird. Dem Branchenverband Bitkom zufolge ist bereits jeder Fünfte in Deutschland mindestens einmal Opfer eines Smartphone-Diebstahls geworden.Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt es sich, die „Wo ist“-Funktionen einzuschalten. Über diese kann ein iPhone dann auch aus der Ferne gelöscht und gesperrt werden. Manchmal findet man so sein Handy auch wieder, das man gestohlen geglaubt, aber eigentlich nur irgendwo vergessen hat.Dass die Polizei ein gestohlenes Smartphone mithilfe der Ortungsfunktion wiederbeschafft, ist ein eher seltener Fall. Befindet sich das gestohlene Gerät in einem Mehrfamilienhaus, sind den Beamten die Hände gebunden, weil sie Durchsuchungsbeschlüsse für alle Wohnung bräuchten. Und wenn es, wie sehr viele gestohlene iPhones, in China gelandet ist, sind die Chancen gleich null.
Apple iPhone Diebstahlschutz: Automatische Sperre geplant
Apple entwickelt eine Funktion, die iPhones bei Diebstahl automatisch sperrt. In Deutschland werden jährlich viele Smartphones gestohlen.










