Lüneburg (dpa/lni) - Wegen trockener Böden und zu wenig Regen steigt die Waldbrandgefahr in einigen Regionen Niedersachsens wieder an. „Die Sandböden besonders in der Lüneburger Heide halten kein Wasser“, sagt Knut Sierk, Leiter der Waldbrandzentrale in der Hansestadt. „Wir müssen in Habachtstellung sein, aufpassen, dass nichts Größeres passiert.“ Bereits am Pfingstwochenende habe es auf dem Truppenübungsplatz in Munster ein größeres Feuer gegeben, obwohl der Schießbetrieb pausierte. Die Platzfeuerwehr der Bundeswehr habe das Feuer unter Kontrolle bekommen. Am Freitag soll die Gefahr landesweit auf Stufe vier von fünf ansteigen, am Samstag immer noch große Bereiche auf Stufe vier. „Da ist absolut keine Entspannung in Sicht“, meint Sierk. 18. Kamera-Standort kommt hinzuÜberwacht werden die Waldbrand-Risikogebiete vor allem im Nordosten. Wenn an fünf der neun Wetterstationen in dem Gebiet die Waldbrandstufe drei von fünf erreicht ist, wird die Zentrale mit Fachleuten besetzt. Die überwachte Gesamtfläche liegt bei fast einer Million Hektar, täglich kommen Hunderte Meldungen von den 17 niedersächsischen Standorten dort an. Die Kamera-Standorte erstrecken sich auf sechs Landkreise: Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle. Länderübergreifend werden auch Warnungen in grenznahe Bereiche nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geschickt. Der 18. niedersächsische Sensor-Standort des automatisierten Waldbrandfrüherkennungssystems wird am Montag in Alt Garge in Bleckede eingeweiht. „Das ist ein echter Lückenschluss“, meint Sierk. KI-Unterstützung bei WarnmeldungenMit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) werden die hereinkommenden Warnmeldungen gesichtet. „Früher hatten wir wahnsinnig viele Meldungen, jetzt kommen statt 6.000 nur noch 1.500 rein“, berichtet Sierk, „das ist eine Arbeitserleichterung“. Seit 2020 unterstützt die KI, indem viele Nicht-Brände wie Staubentwicklungen, Rauch aus Schornsteinen, Lichtspiegelungen oder Feldberegnungen aussortiert werden. „Das funktioniert zuverlässig und hilft uns deutlich weiter“, bekräftigt der Experte von den Landesforsten.© dpa-infocom, dpa:260528-930-138379/1