Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesUkrainischer General: Wendepunkt im Krieg innerhalb von sechs Monaten möglichSelenskijs Chefunterhändler reist zu Gesprächen nach BerlinTrotz Drohungen aus Russland: EU-Vertretung will in Kiew bleibenRussland wirbt für neue Rekruten mit Schuldenerlass Russland droht mit neuer Attacke gegen Kiew – Warnung an ausländische DiplomatenEU will vorerst keinen Russland-Gesandten ernennen Die EU hat vorerst darauf verzichtet, einen Chefverhandler für mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland zu benennen. Nach Angaben mehrerer EU-Diplomaten und Beamter halten Außenbeauftragte Kaja Kallas und führende Mitgliedstaaten wie Deutschland das derzeit nicht für sinnvoll – stattdessen soll zuerst geklärt werden, mit welcher Strategie und über welche Punkte die EU überhaupt mit Russland sprechen würde. Parallel treibt die EU die Vorbereitung neuer Sanktionen voran: Kommission und der Auswärtige Dienst wollen nach dpa-Informationen noch am Donnerstag das 21. Sanktionspaket vorstellen, das unter anderem den Finanzsektor sowie Zulieferer der russischen Rüstungsindustrie treffen soll. In Brüssel wird zudem bezweifelt, dass Wladimir Putin derzeit verhandlungsbereit ist. Zuletzt hatte es Spekulationen über mögliche EU-Gesandte wie Angela Merkel, Alexander Stubb oder Mario Draghi gegeben. Putin selbst brachte öffentlich Gerhard Schröder ins Spiel, der von Bundesregierung und EU jedoch als Kandidat ausgeschlossen wird. Dass die EU tätig werden will, liegt auch daran, dass die Initiative von US-Präsident Trump bislang keine greifbaren Ergebnisse liefert und sich Washington auf den eigenen Iran-Krieg konzentrieren muss. Lesen Sie hier einen SZ-Kommentar zu der Frage, ob Verhandlungen zwischen der EU und Russland zielführend sein könnten:Selenskij bittet USA per Brief um Hilfe bei FlugabwehrDer ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat US-Präsident Donald Trump angesichts russischer Angriffe um weitere Luftabwehrsysteme gebeten. In einem Brief an Trump und den US-Kongress bezeichnete er ballistische Raketen als den letzten großen Vorteil Moskaus auf dem Schlachtfeld. Die Ukraine sei bereit, die benötigten Patriot-Systeme und Abfangraketen zu kaufen.Die US-Raketen für das Patriot-System sind aktuell die einzige Möglichkeit der Ukraine, russische ballistische Raketen abzuschießen. Zwar kauft die Regierung in Kiew seit Trumps Amtsantritt Patriot-Raketen über die Nato-Initiative PURL, die von europäischen Verbündeten finanziert wird. Das derzeitige Liefertempo werde der Bedrohung aber nicht mehr gerecht, erklärte Selenskij. Zudem droht der Krieg in Iran die ohnehin knappen Ressourcen weiter zu verknappen. Solange der russische Präsident Wladimir Putin bei konventionellen Waffen im Vorteil sei, werde er diplomatische Lösungen meiden, sagte Selenskij.Wie akut der Mangel an Flugabwehrraketen ist, zeigte sich bei einem massiven russischen Angriff am Sonntag. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland 30 ballistische Raketen ab, von denen nur elf abgefangen werden konnten. Russland habe auch zwei atomar bestückbare Mittelstreckenraketen vom Typ Oreschnik abgefeuert, erklärte Selenskij. Eine davon sei in der Region Kiew eingeschlagen, die andere sei in den besetzten Gebieten in der Region Donezk niedergegangen.Russland: Haben drei „Storm Shadow“-Raketen abgeschossen Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau drei Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow abgefangen. Einzelheiten werden in den Meldungen staatlicher russischer Nachrichtenagenturen bisher nicht genannt. Zuvor hatten die Besatzungsbehörden in Sewastopol auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim erklärt, die ukrainischen Streitkräfte hätten in der Nacht zum Mittwoch mit Drohnen und Storm Shadows angegriffen. Die Storm-Shadow-Raketen werden von einem französisch-britischen Konsortium hergestellt. In Frankreich heißen sie Scalp. Russland hatte wegen eines früheren Einsatzes dieser Waffen durch die Ukraine bereits die Botschafter Großbritanniens und Frankreichs einbestellt. Ukrainischer General: Wendepunkt im Krieg innerhalb von sechs Monaten möglichDie Ukraine hat nach Einschätzung eines ranghohen Militärkommandeurs ein Zeitfenster von sechs Monaten, um im Krieg gegen Russland die Initiative auf dem Schlachtfeld zurückzugewinnen. Dies sei entscheidend, um die eigene Position für künftige Friedensgespräche zu stärken, sagte Brigadegeneral Andrij Bilezkyj der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.„Ich glaube, die nächsten sechs bis neun Monate sind ein Wendepunkt“, erklärte Bilezkyj an einem geheimen Ort unter der Erde in der nordöstlichen Region Charkiw. Besonders die kommenden sechs Monate seien kritisch. Der Kommandeur des angesehenen Dritten Armeekorps der Ukraine zeigte sich überzeugt, dass die russischen Streitkräfte erschöpft und nicht mehr zu größeren Durchbrüchen in der Lage seien. Wenn es dem ukrainischen Militär gelinge, neuen Schwung zu entwickeln, könne es die Initiative an der Front übernehmen. Dies dürfte Russland dazu zwingen, seine Pläne für die vollständige Eroberung der ostukrainischen Region Donezk aufzugeben.Die Kontrolle über Donezk gilt als Hauptstreitpunkt bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen. Während Russland die gesamte Region beansprucht, weigert sich die Ukraine, Gebiete aufzugeben, die von russischen Truppen bisher nicht erobert werden konnten.Russland und Ukraine überziehen sich mit schweren AngriffenRussland und die Ukraine haben in der Nacht erneut schwere Angriffe mit Drohnen und Raketen gegeneinander gestartet. In der südrussischen Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer sind nach offiziellen Angaben zwei Menschen durch einen Raketenangriff verletzt worden. Laut dem unabhängigen Internetportal Astra wurde bei der Attacke ein Werk zur Flugzeugreparatur getroffen. Einschläge gab es demnach auch in Tuapse, Woronesch und auf der von Russland annektierten Krim.In Tuapse am Schwarzen Meer soll einmal mehr die örtliche Raffinerie Ziel der Angriffe gewesen sein. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Laut russischen Angaben lösten Drohnen-Trümmer im Hafengelände einen Brand aus. In Woronesch wurde Berichten zufolge ein Militärflugplatz getroffen.Auf der Krim gab es Einschläge in der Hauptstadt Simferopol und dem Marinehafen Sewastopol. Die Hafenstadt sei mit Drohnen und Marschflugkörpern attackiert worden, teilte der zuständige Gouverneur mit. Er berichtete von Schäden an der Filiale der russischen Zentralbank und einem Wohnhaus. Personen kamen seinen Angaben zufolge nicht zu Schaden. Medienberichte über einen Einschlag im Hauptquartier der Schwarzmeerflotte wurden offiziell bislang nicht bestätigt.Auf der Gegenseite wurden in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk sechs Menschen durch russische Angriffe verletzt, darunter ein Minderjähriger. Das russische Militär habe bei den Attacken Drohnen, Artillerie und gelenkte Gleitbomben eingesetzt, schrieb der zuständige Militärgouverneur.Einschläge gab es demzufolge auch in der Region Tschernihiw nördlich von Kiew. Ein Unternehmen in der Stadt sei beschädigt worden, Verletzte gebe es nicht, teilte der Chef der örtlichen Militärverwaltung mit.Russland erlaubt Banken eigene DrohnenabwehrRussland hat der Zentralbank und anderen Finanzinstituten per Gesetz erlaubt, Drohnen in Eigenregie abzuschießen. Das geht aus einem Dokument der Staatsduma hervor. Demnach dürfen die Notenbank, die Sberbank und der russische Geldtransportverband künftig eigene Abwehrsysteme betreiben und ihr Personal bewaffnen, ein Einsatz von Spezialkräften ist dafür nicht mehr nötig. Die Institute tragen die Kosten für die Abwehr selbst, wie der Leiter des Duma-Finanzausschusses Anatoli Aksakow dem Nachrichtenportal RBC sagte. Der Chef des russischen Unternehmensverbandes, Alexander Schochin, teilt Präsident Wladimir Putin zudem mit, dass auch andere Firmen den Kauf schwerer Waffen zum Schutz ihrer Infrastruktur finanzieren wollten. Selenskijs Chefunterhändler reist zu Gesprächen nach BerlinAngesichts eskalierender Drohungen aus Moskau ist der Chefunterhändler des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zu Gesprächen nach Berlin gereist. Rustem Umerow trifft sich dort einem Bericht des Nachrichtenportals Politico zufolge mit den nationalen Sicherheitsberatern von Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Ein Sprecher des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz lehnte dem Bericht zufolge eine Stellungnahme ab und verwies auf ein „vertrauliches Treffen“.Laura OtterEU bestellt wegen Drohung Russlands Geschäftsträger ein Die Europäische Union bestellt wegen Russlands Drohung mit Angriffen auf Kiew den russischen Geschäftsträger ein. Der Begriff bezeichnet einen Diplomaten, der eine niedrigere Rangstufe als ein Botschafter hat. Russlands Drohung gegen ausländische Bürger und Diplomaten sei eine „inakzeptable Eskalation“, erklärt die Sprecherin des Auswärtigen Dienstes der EU auf X. Der Auswärtige Dienst habe die Führung in Moskau zudem aufgefordert, Angriffe auf Zivilisten einzustellen. Die EU-Delegation bleibe in Kiew. Russland hatte angekündigt, es werde „systematische Schläge“ gegen Ziele in Kiew ausführen. Ausländer wurden aufgefordert, die ukrainischen Hauptstadt zu verlassen. Trotz Drohungen aus Russland: EU-Vertretung will in Kiew bleibenUngeachtet massiver russischer Drohungen mit systematischen Angriffen auf Kiew wollen sich die Ukraine und die Vertretung der Europäischen Union (EU) in Kiew nicht einschüchtern lassen. Die EU wies russische Aufforderungen zurück, ihr diplomatisches Personal aus der ukrainischen Hauptstadt abzuziehen. Die EU-Vertretung werde in Kiew bleiben, erklärte die Leiterin des dortigen EU-Büros, Katarina Mathernova. Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik säen und die Ukraine isolieren. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief die Verbündeten auf, sich der russischen Erpressung nicht zu beugen.Die Führung in Moskau hatte am Montag Ausländer sowie Diplomaten aufgefordert, Kiew so schnell wie möglich zu verlassen. Die russischen Streitkräfte würden systematische Schläge gegen militärische und politische Entscheidungszentren in der Hauptstadt beginnen, hieß es aus dem Außenministerium. Außenminister Sergej Lawrow rechtfertigte das Vorgehen in einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio als Reaktion auf ukrainische Angriffe gegen Zivilisten. Moskau verwies dabei auf einen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim in der von Russland kontrollierten Region Luhansk am Freitag. Die Ukraine wies dies zurück und erklärte, sie habe eine militärische Kommandoeinheit getroffen.Die Drohungen folgen auf einen der schwersten Angriffe auf Kiew seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren. Am Sonntag hatte Russland Kiew massiv beschossen und dabei auch eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Es war das dritte Mal, dass diese Waffe zum Einsatz kam. Bei den Angriffen kamen in der Hauptstadt zwei Menschen ums Leben, 91 wurden verletzt. Zahlreiche europäische Politiker, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, verurteilten den Angriff auf Kiew.Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij beklagte in seiner abendlichen Videoansprache geringe Fortschritte mit den USA beim Ausbau der Produktion von Raketenabwehrsystemen und erklärte, er erwarte neue diplomatische Schritte aus Washington.Russland wirbt für neue Rekruten mit Schuldenerlass Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret unterzeichnet, das neuen Rekruten für den Ukraine-Krieg und ihren Familien einen Schuldenerlass verspricht. Wer ab dem 1. Mai einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium schließt, wird dem Kreml zufolge zusammen mit dem Ehepartner von Verbindlichkeiten bis zu zehn Millionen Rubel befreit (knapp 120 000 Euro), wenn der Einsatzvertrag für mindestens ein Jahr gilt und bereits vor dem Stichtag ein rechtlicher Anspruch auf Eintreibung der Schulden bestand.Zudem verlängert Putin die Pachtrechte für staatliches Land für Kämpfer in der Ukraine auf unbestimmte Zeit. Die Maßnahme ergänzt hohe Prämien und Vorteile beim Hochschulzugang, um neue Soldaten für den Krieg zu gewinnen.Ukraine: Toter und Verletzte nach russischen Luftschlägen Bei schweren russischen Angriffen aus der Luft ist laut ukrainischen Behördenangaben im Südosten des Landes mindestens ein Mensch getötet worden, 15 weitere Personen wurden verletzt. In der Hafenstadt Odessa sei ein Infrastrukturobjekt durch Beschuss zerstört worden, teilte Militärgouverneur Serhij Lyssak auf Telegram mit. Von den vier Verletzten sei einer seinen Wunden erlegen, schrieb er später.In der Stadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wurden derweil durch den Abwurf gelenkter Gleitbomben am Abend zwölf Personen verletzt. „Unter den Verletzten ist ein achtjähriger Junge“, schrieb der ukrainische Gouverneur der Region Wadym Filaschkin auf Telegram. Laut den örtlichen Behörden war es bereits der dritte schwere Angriff auf die Stadt im Tagesverlauf. Russland droht mit neuer Attacke gegen Kiew – Warnung an ausländische DiplomatenNach dem massiven russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am Wochenende hat Moskau mit einer neuen schweren Attacke gedroht. Das russische Außenministerium rief ausländische Diplomaten dazu auf, Kiew schnellstmöglich zu verlassen. Das russische Militär werde als Antwort auf den ukrainischen Beschuss eines Wohnheims in der von Russland kontrollierten Stadt Starobilsk nun systematisch Rüstungsobjekte und „Entscheidungszentren“ in Kiew angreifen, heißt es in der Mitteilung.Bei dem Angriff auf Starobilsk wurden nach Angaben der Besatzungsbehörden, mehr als 20 Zivilisten getötet. Der Generalstab in Kiew wiederum erklärte, die Attacke habe einer dort stationierten Militäreinheit gegolten.Russland greift seit dem Kriegsbeginn systematisch das Hinterland der Ukraine an – und trifft dabei immer wieder auch zivile Infrastrukturobjekte oder Wohnhäuser. Die Verantwortung für die vielen zivilen Opfer in der Ukraine lehnt Moskaus dabei ab. Wegen des Angriffs auf Starobilsk hingegen hat Kremlchef Wladimir Putin Vergeltung gefordert. Eigentlich galt bereits der Angriff am Wochenende auf Kiew als Racheaktion. Russland setzte dabei unter anderem die neue, schwer abzufangende Mittelstreckenrakete Oreschnik ein. Neue Attacken in russisch-ukrainischem Grenzgebiet Einen Tag nach dem russischen Großangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew haben sich die gegenseitigen Angriffe im russisch-ukrainischen Grenzgebiet fortgesetzt. In der russischen Region Belgorod kam nach Behördenangaben ein Mann bei einem Raketen- und Drohnenangriff ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Zudem sei die Energieinfrastruktur beschädigt worden, was zu Strom- und Wasserausfällen in der Stadt Belgorod geführt habe, teilten die Behörden auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Im russisch kontrollierten Horliwka im Osten der Ukraine wurden dem russischen Staatsfernsehen zufolge fünf Menschen bei Drohnenangriffen verletzt. Aus der südukrainischen Region Cherson meldeten die dortigen Behörden zwei Tote und 16 Verletzte bei russischen Angriffen, die am Sonntag begonnen hatten. In Saporischschja im Südosten der Ukraine wurden den dortigen Behörden zufolge zudem drei Menschen verletzt. Ukraine beantragt sofortige Sitzung im UN-SicherheitsratDer ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat nach den massiven russischen Luftschlägen gegen die Hauptstadt Kiew die internationale Gemeinschaft zu einer „starken Antwort an den Aggressor“ aufgefordert. Der Minister beantragte laut einer Mitteilung auf der Plattform X eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und eine Zusammenkunft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).Sybiha warf Russland vor, mit der „barbarischen Raketenattacke“ in der vergangenen Nacht fehlende militärische Fortschritte auf dem Schlachtfeld im Angriffskrieg gegen die Ukraine kompensieren zu wollen. Allein in Kiew wurden mindestens zwei Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten stieg laut Bürgermeister Vitali Klitschko bis zum frühen Abend auf 81. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilte in den sozialen Netzwerken mit, es seien etwa 100 Menschen bei den Angriffen im Land verletzt und mindestens vier getötet worden.Bei den Attacken wurden laut Behörden auch Regierungsgebäude beschädigt, darunter das Außenministerium und das Kabinettsgebäude. Verletzte gab es demnach an dem arbeitsfreien Sonntag aber nicht. Ukrainischen Medien zufolge wurde auch ein Haus beschädigt, in dem Präsident Selenskij eine Wohnung besitzt. „Putin versucht, die Ukraine einzuschüchtern, indem er Zivilisten angreift und Wohngebäude, Museen, Schulen sowie kritische Infrastruktur zerstört“, sagte Außenminister Sybiha. Der Kremlchef versuche das außerdem, indem er Mittelstreckenraketen auf friedliche Städte abfeuere. Russland hatte zuvor den Einsatz seiner neuen und wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchteten Oreschnik-Rakete bestätigt.Die internationale Gemeinschaft müsse reagieren, meinte Sybiha. „Wir fordern unsere Partner nachdrücklich auf, entschlossene multilaterale Maßnahmen zu ergreifen, um Russland abzuschrecken und es zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden zu bewegen“, betonte der Minister.Studios von deutschen Sendern stark beschädigtBei den massiven russischen Angriffen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind auch Studios der ARD-Korrespondenten und der Deutschen Welle stark beschädigt worden. In einer Mitteilung des WDR hieß es, wahrscheinlich habe eine Druckwelle durch die russischen Angriffe in dem zentral gelegenen ARD-Studio zu Verwüstungen geführt. Es seien Fenster zersplittert, Räume verwüstet und Wände eingestürzt. Zum Zeitpunkt der Attacken habe sich niemand in dem Studio aufgehalten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, das Studio liege im Gebäude des nationalen Kunstmuseums, das bei den Angriffen beschädigt worden sei. „Die statische Sicherheit des Gebäudes muss nun überprüft werden“, erklärte der WDR weiter. Die Berichterstattung werde „mit mobilen technischen Lösungen und Ausweichmöglichkeiten weiter gewährleistet“.„Rausgerissene Fensterrahmen, überall Splitter, zerstörte Technik – den eigenen Arbeitsplatz völlig verwüstet zu sehen, ist ein Schock“, sagte Kiews ARD-Studioleiter Vassili Golod. Sein Team lasse sich jedoch nicht einschüchtern von den russischen Angriffen.Auch die Deutsche Welle (DW), der Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland, meldete Schäden in ihren Büroräumen nach dem russischen Angriff. „Glücklicherweise befand sich während des Angriffs niemand im Studio. Trotz der schwierigen Nacht haben die Kolleginnen und Kollegen in Kyjiw am Morgen regulär ihre Schichten im Nachrichtenbetrieb aufgenommen“, sagte Mykola Berdnyk, Leiter des DW-Büros in Kiew. Die Journalistinnen und Journalisten setzten sich „jeden Tag unvorstellbaren Gefahren aus und werden dies weiterhin tun, um dafür zu sorgen, dass Menschen in der Ukraine, in Russland und weltweit unabhängige Informationen zum Krieg in der Ukraine bekommen“, sagte DW-Intendantin Barbara Massing einer Mitteilung des Senders zufolge. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigte sich erschüttert vom Ausmaß der Zerstörung durch den großangelegten russischen Raketenangriff. „Das war ein Angriff auf die Rundfunkfreiheit und die kritische und unabhängige Berichterstattung von Journalistinnen und Journalisten für die ARD über den brutalen Krieg“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster am Sonntag in Berlin. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine News: EU will vorerst keinen Russland-Gesandten ernennen
Wer könnte die EU bei möglichen Ukraine-Verhandlungen mit Russland vertreten? Erstmal niemand. Zunächst will Brüssel eine Strategie klären – und bereitet neue Sanktionen vor.










