Am Pfingstmontag beim Eisenbahntheater über die Stahlindustrie der DDR, das Eisenhüttenkombinat Ost in Eisenhüttenstadt. Die Gruppe heißt „Das Letzte Kleinod“. Die Kulisse ist schon mal fantastisch: Verrostete Güterwaggons und Flachwagen dienen als Bühne, teilweise als Zuschauerraum. Sie stehen auf Gleisen unter freiem Himmel in Frankfurt an der Oder.

Das Erz kam per Eisenbahn aus der kasachischen Steppe, die Kohle aus Polen. Was aus der Sowjetunion kam, sei manchmal mangelhaft gewesen, aber beschweren habe man sich nicht können, erzählt ein Schauspieler. Voller Stolz berichten dagegen die Frauen, dass sie auf Kränen, Lokomotiven und am Hochofen arbeiteten. Klar seien die Männer ihnen manchmal dumm gekommen. „Aber dann sind wir denen eben auch dumm gekommen.“

Nächste Szene, die Zuschauer betrachten sie aufgeteilt in Gruppen: Ein Kinderwagen steht vor den Gleisen. Im EKO herrschte Schichtbetrieb, auch für die Frauen. Die Kinder kamen in die Krippe, auch in die Wochenkrippe. „Ich kenne keines, dem das geschadet hat“, sagt die Schauspielerin, die die Krippenerzieherin spielt. Der Satz bleibt unhinterfragt. Das Dokumentartheaterstück beruht auf Gesprächen mit 20 ehemaligen Arbeitern aus dem EKO.