Der fränkische Zulieferer Schaeffler steigt auf seinem Weg, sich unabhängiger von der Autoindustrie zu machen, in die Raumfahrttechnologie ein. Für das börsennotierte US-Unternehmen Spire Global will Schaeffler hochkomplexe Schwungräder, sogenannte Reaction Wheels, für Satelliten bauen. Die Teile sind notwendig, um Satelliten in der Umlaufbahn auf Kurs und in der richtigen Position zu halten. Spire eröffnete 2025 in München eine Fertigungsstätte.

250 Millionen Euro Umsatz in fünf JahrenDie beiden Unternehmen beabsichtigten, bis Ende des Jahrzehnts ein eigenständiges europäisches Geschäftsfeld im Raumfahrtbereich aufzubauen, das sich ​für Missionen in den Bereichen Verteidigung, Wetter, zivile Sicherheit und kritische Infrastruktur eigne, hieß es weiter.Die Aktie von Schaeffler sprang nach der Mitteilung um rund 16 Prozent auf ein Vier-Monats-Hoch von 11,62 Euro. Damit steuert ​sie auf den größten Tagesgewinn in der Firmengeschichte zu.

Spire soll der erste große Kunde für die Raumfahrt-Ambitionen von Schaeffler werden. „Wir werden uns aber selbstverständlich auch anderen Interessenten nicht verschließen“, sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld (60) der Deutschen Presse-Agentur. In den nächsten fünf Jahren soll mit Spire ein Umsatzvolumen in Höhe von 250 Millionen Euro erreicht werden.„Mit Schaeffler verbindet uns eine langfristige Vision für eine eigenständige europäische Raumfahrtindustrie, die in Europa selbst entwickelt, aufgebaut und betrieben wird“, sagte Theresa Condor, Vorstandschefin von Spire Global. Ziel sei eine eigenständige, verlässliche europäische Industriebasis, mit der sich Geschwindigkeit und Größenordnung erreichen ließen, wie sie moderne Raumfahrtmissionen erforderten.